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„Ich bin den ganzen Tag am Telefonieren, um für unser Projekt ‚FairMieten‘ soziale Wohnungen zu finden“, berichtete Sabine Wagner. Sie ist nicht nur die Ansprechpartnerin für Wohnungssuchende mit geringem Einkommen beim Caritasverband für den Landkreis Haßberge, sondern auch für Anbieter von preisgünstigen Wohnungen. „Um verstärkt Vermieter anzusprechen und um ihnen den Kontakt zu uns zu erleichtern, bietet ihnen unser Verband ab sofort auch eine Online-Wohnungsbörse“, teilte sie mit.

Bereits seit 2005 gibt es die Soziale Wohnungsbörse „FairMieten“ bei der Caritas. „Wir helfen Menschen mit geringem Einkommen bei der Suche nach preisgünstigen Wohnungen und Wohnungseigentümern, die eine entsprechende Wohnung zu vermieten haben“, so Sabine Wagner. „Dabei informieren wir auch rund um das Thema.“ Wobei die Beratung kostenlos ist und alle Mitarbeiter der Schweigepflicht unterliegen.

Dieses wichtige, stark nachgefragte Angebot wird nun durch eine Online-Option erweitert. „Ab sofort kann jeder Vermieter, der eine Wohnung anzubieten hat, ganz unkompliziert mit uns Kontakt aufnehmen“, berichtete die Beraterin. So können im Internet unter www.wohnungsboerse.caritas-hassberge.de auf dem dort angezeigten Formular Mietangebote eingestellt und an „FairMieten“ gesendet werden. „Anschließend legen wir diese Angebote interessierten Mietern vor und unterstützen sie wie bisher auch bei der Anbahnung und beim Abschluss eines Mietvertrags“, erklärte Sabine Wagner, die auch den Vermietern die potentiellen Mieter vorstellen wird und diese bei Bedarf bei der Wohnungsbesichtigung begleitet. „Ich hoffe und wünsche mir, dass sich über die Online-Wohnungsbörse noch mehr Vermieter melden“, sagte sie. Der Landkreis, der FairMieten seit Beginn fördert, beteiligt sich auch an den anfallenden Kosten für das erweiterte Angebot. 

Wie Sabine Wagner weiter mitteilte, fehlen im Landkreis Haßberge besonders Wohnungen für Einzelpersonen sowie für Familien mit fünf und mehr Personen. Derzeit werden etwa 100 Wohnungen für eine Person, 35 Wohnungen für zwei Personen, 20 Wohnungen für drei Personen, 25 Wohnungen für vier Personen und 40 Wohnungen für mehr als fünf Personen gesucht. Etwa die Hälfte der Wohnungssuchenden sind Menschen mit Migrationshintergrund. Als weiteres Problem bei der Wohnungssuche nannte die Caritas-Mitarbeiterin die Infrastruktur. Denn Menschen mit geringem Einkommen können Wohnungen oder leer stehende Gebäude in weiter abgelegenen Orten oft nicht in Betracht ziehen, auch wenn die Mieten dort niedriger sind als in Städten. Denn diese Menschen haben in aller Regel kein Auto und die weit entfernten Dörfer sind meist nicht gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Die Wohnungssuche dauert daher oft einige Wochen, manchmal sogar bis zu einem Jahr. 

„FairMieten“ ist über die enge Kooperation mit der Integrationslotsin am Landratsamt Haßberge vernetzt und informiert regelmäßig die Koordinatoren der ehrenamtlichen Helferkreise im Landkreis. Auch eine Mieterqualifizierung für Zuwanderer wurde initiiert. So werden derzeit an sieben Abenden die vertraglichen Pflichten vermittelt, die aus einem Mietverhältnis entstehen. Außerdem werden wichtige Kerninhalte wie zum Beispiel die Reinigung von Hausfluren, der Umgang mit Müll und dessen Entsorgung, Gepflogenheiten zu Heizung und Lüftung, Brandschutz und Ruhezeiten behandelt. Am Ende des Kurses erhalten die Teilnehmer nach erfolgreichem Test ein Zertifikat, das sie Vermietern ebenso präsentieren können wie eine Bewerbungsmappe, die neben Informationen über sie selbst verschiedene Garantien wie Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und Schufa-Auskunft enthält. „Durch FairMieten gewinnen Mieter ohne und mit Migrationshintergrund sowie Vermieter und Gemeinden“, so Sabine Wagner, die auf die Vermittlung von mehr als 600 Wohnungen seit 2005 verwies.

Mit der Caritas-Beraterin können private Vermieter und Wohnbaugesellschaften sowie Wohnungssuchende Kontakt aufnehmen. Sie ist unter Telefon 09521/69123 oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Allerdings kann „FairMieten“ ausschließlich von Menschen mit geringen Einkommen gemäß §85 Sozialgesetzbuch XII in Anspruch genommen werden.

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