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Seit über 20 Jahren und in der Corona-Krise insbesondere: Das Sozialpsychiatrisches Tageszentrum bietet Halt in der Krise, soziale Kontakte und Erfolgserlebnisse

Die bundesweite „Woche der Seelischen Gesundheit“ findet jedes Jahr rund um den internationalen Tag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober in vielen Städten und Regionen in ganz Deutschland statt. In diesem Jahr läuft sie unter dem Motto „Gemeinsam über den Berg – Seelische Gesundheit in der Familie. Eine Familie sind sie, die 19 Klientinnen und Klienten im Sozialpsychiatrischen Tageszentrum (TAZ) der Caritas, wenn auch nicht im Sinne der Genetik. Als wichtige Konstante im Leben oder gar zweite Heimat wird die Gemeinschaft dort jedoch häufig bezeichnet. Denn das TAZ bietet vieles, was ein Familienleben ausmacht: Zusammenhalt, Akzeptanz und ein geschütztes Umfeld.

Corona stellt besonders psychisch Erkrankte vor Herausforderungen. Soziale Kontakte brechen weg, psychische Störungen werden verstärkt. Halt in der Krise fanden die Klientinnen und Klienten in der Gruppe und bei den Mitarbeiter*innen. „Hier kann man sich einfach leichter öffnen. Weil die mich hier verstehen und mehr Verständnis für meine Krankheit haben, als mein Umfeld draußen. Die wissen, wovon ich rede und können nachvollziehen, was ich fühle. Ich war so froh, als es nach dem Lockdown weiterging“, berichtet ein Klient, der anonym bleiben möchte. Ab März 2020 war das TAZ mehrere Wochen geschlossen. Die Betreuung der Klientinnen und Klienten fand telefonisch und z.B. durch begleitetet Einzelspaziergänge statt. Danach folgte ein eingeschränkter Betrieb in Kleingruppen. Inzwischen wurde der Regelbetrieb, natürlich unter Einhaltung von Schutz- und Hygienemaßnahmen, wieder aufgenommen und hilft den Besuchern auch weiter durch die anhaltende Corona-Krise.

Seit über 20 Jahren gibt es das TAZ der Caritas in der Innenstadt von Haßfurt. Für viele psychisch kranke Menschen ist die Einrichtung ein wichtiger Halt. Viele sind überzeugt, ohne das Team des TAZ nicht so selbstbestimmt leben zu können, wie sie es aktuell tun. Die Klientinnen und Klienten sind aufgrund ihrer meist langjährigen und schwerwiegenden Erkrankungen aus dem Arbeitsleben ausgeschieden und waren meist sozial isoliert. Sie erhalten in der Einrichtung eine sinnvolle Tagesstrukturierung, Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung lebenspraktisches Training, aber auch vielfältige Angebote für handwerkliches Tun oder musik- und bewegungstherapeutische Angebote. Das Team besteht aus den beiden Sozialpädagoginnen, Monika Klüpfel und Annette Meunier, dem Ergotherapeuten Gerhard Kaim, sowie der Hauswirtschafterin Silvia Hoppert. Sie fördern, begleiten und betreuen Klientinnen und Klienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern wie Schizophrenie, Depression oder bipolaren Störungen.

Durch die Begleitung im TAZ sollen die Betroffenen sich (wieder) als Person erleben, die ihre Bedürfnisse einbringen und (wieder) Leistungen erbringen kann. Jeder und jede wird mit ihren vielfältigen Problemen ernst genommen und durch auftretende, teilweise massive Krisen begleitet. Dies trägt dazu bei, stationäre Klinikaufenthalte zu vermeiden und Angehörige zu entlasten.

Weitere Informationen: telefonisch unter 09521/691-0, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

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