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Um 2 G ging es, nicht nur bei der Anmeldung und Teilnahme der Veranstaltung, im Sinne von gemipft und genesen, sondern auch inhaltlich im Verlauf des Tages. Um G wie Genuss und dass andere Extrem, um G wie Gift. Um Jugendliche und junge Erwachsene, deren Konsumverhalten sowie spezifische Beratungs-, Betreuungs-, und Hilfsangebote.

Trotz der kurzfristigen Ankündigung, die Veranstaltung mit 2G plus und Maske durchzuführen, fanden sich 25 Fachkräfte aus Ober- und Unterfranken zum 1. Fachtag der Jugendsuchtberatung Haßberge ein. Dorothea Walter, Jugendsuchtberaterin und federführende Organisatorin der Veranstaltung erläutert, warum es wichtig war, das Ganze trotz der angespannten Corona-Lage in den Haßbergen durchzuführen: „Der Austausch war - gerade jetzt - wichtig, weil viele der Jugendlichen, vor allem während der Schulschließungen, unter der Corona-Pandemie gelitten haben und noch leiden. Da merkt man gerade jetzt den Bedarf und das mangelnden Angebot für Jugendliche in einer (seelischen) Notlage.“

Dass es  zu wenige Angebote zur Suchtberatung, speziell für Jugendliche und junge Erwachsene gibt, zeigte gleich der erste Beitrag des Tages. In ganz Bayern stehen lediglich 17 Jugendsuchtberatungsstellen zur Verfügung. In Franken gar nur drei, wobei Unterfranken hier mit zwei Stellen in Würzburg und Haßfurt noch vergleichsweise gut repräsentiert scheint, während es in Oberfranken keine und in Mittelfranken eine Jugendsuchtberatungsstelle in Nürnberg gibt.

Dass sich der Landkreis Haßberge hier hervorhebt, liegt laut Steffen Vogel, MdL und Schirmherr der Veranstaltung, auch an der Eigeninitiative des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge: „Und deshalb: vielen Dank für Eure Arbeit. Ihr sagt: wir ziehen das Ding „Jugendsuchtberatung“ durch, weil es wichtig und notwendig ist. Ich gehe davon aus, dass man aus dieser Projektphase und Projektfinanzierung vieles lernen kann und Rückschlüsse ziehen kann. Ich bin gerne bereits, das Thema auch in die bayerische Politik einzubringen!“ Und dass er das Thema Jugendsuchtberatung für wichtig hält, unterstreicht der Familienvater und Fachanwalt für Strafrecht in seinem Grußwort an die Anwesenden: „Denn, wenn man schon im Jugendalter auf die schiefe Bahn gerät, dann zieht sich das durchs ganze Leben. Deshalb müssen wir schauen, dass Jugendliche gar nicht in den Suchtbereich fallen, sondern dass das starke Persönlichkeiten werden, die den Versuchungen des Lebens wiederstehen können. So wie bei dem Sprichwort „Wehret den Anfängen“.

Die Jugendsuchtberatung des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge e.V. ist für die Dauer von 4 Jahren bis 2023 projektfinanziert. Eine dauerhafte Weiterführung des Projekts ist ohne Spenden nicht möglich. Mit 140 Beratungsfällen seit 2019 zeigt sich der Bedarf für den Landkreis Haßberge aber deutlich.

Das Ansinnen, mit diesem Fachtag inhaltlich zu informieren und auf den Mangel an zielgerichteten Beratungsangeboten aufmerksam zu machen, sieht Dorothea Walter als erfüllt: „Neben allgemeiner Informationen zu den Themen Jugend und Konsum gab es zahlreiche zielgerichtete Methoden für die alltägliche Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Auch die Notwendigkeit einer flächendeckenden Versorgung mit Jugendsuchtberatungsstellen konnte herausgearbeitet werden. Während und auch im Nachgang des Fachtages hat ein reger Austausch und Vernetzung der einzelnen Fachkräfte stattgefunden, wobei es sogar zu Vermittlungen von Klienten gekommen ist. Der Bedarf an adäquaten Angeboten für die Jugendlichen wurde von allen Teilnehmenden kommuniziert und eingefordert.“


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