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Manchen Menschen, die in unseren Caritas-Altenhilfe-Einrichtungen wohnen, fällt Bewegung und Sprechen sehr schwer. Ihre Sinneswahrnehmungen Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen und /oder Sehen sind durch Alter oder Pflegebedürftigkeit eingeschränkt und das wiederum beeinträchtigt ihre sozialen Kontakte und ihr eigenes Selbstbewusstsein. Um diesen Menschen mehr Wohlbefinden zu ermöglichen, setzen wir auf die Weiterbildung unserer Pflegekräfte in „Basaler Stimulation“. Ende Januar haben 14 Pflegefachkräfte den Aufbaukurs „Basale Stimulation nach Andreas Fröhlich“ mit Zertifikat beendet. Wir freuen uns, dass diese vertieften Kenntnisse bald positiv für unsere Bewohner spürbar sind!
 
Basale Stimulation (von basal = „grundlegend und voraussetzungslos“, und lateinisch stimulatio = „Anreiz, Anregung“) ist ein therapeutisches Konzept nach Andreas Fröhlich / Christel Bienstein. 
Die Zielgruppe dieses Konzeptes sind Menschen, deren Eigenaktivität aufgrund ihrer mangelnden Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist und deren Fähigkeit zur Wahrnehmung und Kommunikation erheblich beeinträchtigt ist, z. B. schwerst mehrfachbeeinträchtigte Menschen, Menschen mit dementieller Erkrankung und kognitiven Defiziten, Menschen mit hemiplegischem, apallischem oder komatösem Syndrom sowie geriatrische Patienten und Sterbende.
Methoden der Basalen Stimulation aktivieren die menschlichen  Wahrnehmungsbereiche („unsere 5 Sinne“), regen primäre Körper- und Bewegungserfahrungen an und machen Angebote zur Herausbildung einer individuellen non-verbalen Mitteilungsform (Kommunikation). Mit einfachsten Möglichkeiten wird versucht, den Kontakt zu diesen Menschen aufzunehmen, um ihnen den Zugang zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen zu ermöglichen und ihre Lebensqualität zu erhöhen.
„Basal“ bedeutet insbesondere, dass Wahrnehmungserfahrungen angeboten werden, die an vorgeburtliche Erfahrungen anschließen und als Basis für weiteren Entwicklung dienen.
Außerdem werden fünf Sinne angesprochen: Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen, Riechen.
Konkrete Maßnahmen werden nach Vorlieben und Bedürfnissen des Betroffenen ausgewählt und sinnvoll in den Alltag integriert .Sie darf nicht aufgezwungen werden, stattdessen muss auf die aktuelle Befindlichkeit der Person Rücksicht genommen und das Angebot daran angepasst werden.
  • Singen, Summen, unterschiedliche Musik im Raum, Klang- und Rhythmus-Instrumente über oder neben dem Körper spielen; wenn möglich, den Menschen selbst einen Schlägel verwenden oder die Vibration eines Instrumentes selbst spüren lassen.
  • Verschiedenartige, farbiges Licht gebende, auch sich bewegende Beleuchtungskörper über der Bettstätte oder für den Menschen sichtbar im Raum um ihn herum.
  • Mobiles und Wasserspiele im Raum.
  • Schaukeln, Rollstuhlbewegung
  • Massagen aller Art und Stärke mit den verschiedensten Methoden, Ölen, Gegenständen, Erde und Pflanzen.
  • Stimulation durch wechselnde Lagerung, auch in Räumen mit Menschen und im Freien.
  • Bewegung auf unterschiedlichen Untergründen.
  • Die Nahrungsaufnahme, wenn möglich, reizvoll und angenehm gestalten.
  • Rhythmus, der sich erkennbar wiederholt, im Tageslauf.
  • Tätigkeiten mit Sprache begleiten, auch Erzählen.
  • Stimulation durch das Berühren (Streicheln) von Tieren in der tiergestützten Therapie.
Jede Eigentätigkeit, die dabei möglich ist, wird unterstützt, ebenso jeder Ansatz, der wie eine Reaktion, eine Antwort wirkt oder ein gegenseitiges Miteinander entstehen lässt. „Spiel-, Neugier- und Erkundungsaktivitäten“ können bei zuvor scheinbar gänzlich inaktiven Personen beobachtet werden.

Basale Stimulation SST und St. Martha Basale STimulation St. Martin   Basale Stimulation St. Anna

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