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Die Zahl der aus der Ukraine ankommenden Flüchtlinge steigt auch in den Haßbergen. Seit einigen Wochen kommen ukrainische Geflüchtete auf der Suche nach einer sicheren Bleibe zu uns, vor allem Frauen und Kinder und auch Menschen mit Behinderung. Die Geflüchteten in den Stadt- und Gemeindegebieten unterzubringen ist eine große Herausforderung, bei der auch der Caritasverband Haßberge unterstützt.

Umdisponiert: Errichtung einer Notunterkunft statt Immobilienverkauf
„Wir sind aktuell dabei, sehr kurzfristig ein in unserem Besitz befindliches Gebäude in Haßfurt zu ertüchtigen, um Geflüchtete aufzunehmen. Dort stehen dann neun Zimmer mit Bädern und Gemeinschaftsräumen zur Aufnahme zur Verfügung. Ursprünglich sollte die Immobilie verkauft werden, um ein anderes soziales Projekt damit quer zu finanzieren“, berichtet Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge.

Neben kleineren und größeren Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen, die in diesen Tagen stattfinden, muss das Gebäude nun komplett möbliert und mit allen notwendigen Alltagsgegenständen ausgestattet werden.

Hand in Hand – einrichtungsübergreifend
Die über die offizielle Zuteilung ankommenden Geflüchteten werden in den Notunterkünften in den Gemeinden des Landkreises untergebracht, die inzwischen aufgebaut wurden. Von dort sollen die Menschen schnell dezentral in Wohnungen verteilt werden. „Eine besondere Herausforderung ist dabei die Unterbringung von Menschen mit Behinderung. Passenden barrierefreien Wohnraum und gar Pflegeunterstützung zu finden, ist höchst problematisch – das war es auch schon vor dem Krieg in der Ukraine“, schildert Anke Schäflein.

Seit Anfang April wohnt beispielsweise ein ukrainischer Rollstuhlfahrer mit Pflegebedarf zusammen mit seiner Mutter im Caritas-Seniorenheim Sankt Bruno. Vorübergehend. Die stationäre Einrichtung ist durch Corona-bedingte Personalausfälle und den generellen Pflegenotstand seit Wochen stark gebeutelt. Daher müssen die Kolleg*innen aus der ambulanten Pflege von der Caritas-Sozialstation Haßberge einspringen und die Pflege übernehmen. Anke Schäflein erklärt dazu: „Einerseits haben wir hier im Verband eben den Vorteil, uns einrichtungsübergreifend zu unterstützen. Andererseits sind wir kollektiv am Limit. Unsere Ressourcen sind durch die lange Zeit der hohen Arbeitsbelastung mit und durch Corona eigentlich ausgereizt.“ Unterstützt, koordiniert und übersetzt wird in dieser Situation von zwei neuen Kolleginnen in der Flüchtlings-und Integrationsberatung, die ad-hoc neu eingestellt wurden.

Drei neue Teilzeitstellen schaffen Ressourcen für die Unterstützung der neu Ankommenden
Svetlana Dragomerecki und Antonina Bedenk sind die neuen Kolleginnen in der Caritas-Flüchtlings- und Integrationsberatung (FIB). Die beiden sind über Projektmittel der „Aktion Mensch“ mitgefördert und kümmern sich um geflüchtete Menschen mit Behinderung, Kinder Jugendliche und deren Begleitpersonen.

Thomas Jakob ist zuständig für den Allgemeinen Sozialen Beratungsdienst und erklärt die aktuelle Aufgabenverteilung im Teilbereich der Flüchtlingshilfe: „Beide sind erst seit einer Woche bei uns und sind schon eifrig unterwegs. Sie unterstützen das Team der Fachberater um Thomas Heidenreich, Jana Balling, Pia Martin und Ronja Hörlin. Ebenfalls neu im Team ist Parisa Herawi. Auch ihre Stelle wurde kurzfristig neu geschaffen und wird mit Eigenmitteln finanziert. Frau Herawi kümmert sich auch um die Geflüchteten anderer Nationen – z.B. aus Afghanistan. Die Lage dort ist seit einigen Monaten sehr kritisch. Die Geflüchteten anderer Herkunftsländer dürfen durch die Lage in der Ukraine nicht gänzlich aus dem Blick geraten, weil dort eben verfahrensrechtliche Maßgaben und Fristen weiterhin beachtet werden müssen.“

Abschließend appelliert die Geschäftsführerin: „Unser Finanzbedarf im Zusammenhang mit der Kriegslage ist groß. Vor allem im Bereich der Personalressourcen müssen wir aufbauen, weil die Ankommenden ja zumindest im Ansatz Begleitung finden müssen. Dafür sehen wir einige Geldmittel vor und sind daher für Spenden dankbar!“ Dass nun aus dem Diözesan-Caritasverband 2.000 Euro an zweckgebundenen Spenden weitergereicht wurden, sei ein schönes Signal, so Schäflein.

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