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Vom 30. Mai – 03. Juni 2022 findet die Aktionswoche der Schuldnerberatung in ganz Deutschland statt. „… und plötzlich überschuldet“ ist das diesjährige Motto der 23. bundesweiten Aktion. Im Landkreis Haßberge werden verschuldete Menschen seit vielen Jahren von der Caritas beraten. Hier kümmern sich Karin Rosin und – seit Februar 2022 neu im Team - Michaela Maier um die Menschen, die hinter den Schulden stehen

Die Worte Schuld und Schulden liegen nah beieinander. Auch deshalb klingt beim Thema Schulden oftmals ein moralischer Unterton mit. Wer überschuldet ist – so das weit verbreitete Vorurteil – kann nicht mit Geld umgehen und ist daher „selbst schuld“ an seiner Situation. Diese wirtschaftlich unzutreffende Stigmatisierung treibt viele Betroffene aus Scham in die soziale Isolation.

Dabei ist Verschuldung gesellschaftlich durchaus üblich, anerkannt und sogar volkswirtschaftlich gewollt. Sei es die Finanzierung des Autos, der Wohnungseinrichtung oder der Telefonvertrag mit gleichzeitiger Abzahlung des Smartphones. Doch dieses sensible Konstrukt ist störanfällig. Insbesondere unvorhersehbare Ereignisse wie Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder Krankheit können dazu führen, dass Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden können. Aus vorhersehbar kontrollierter Verschuldung wird Überschuldung.

Erste Studien zeigen: Infolge der Pandemie nimmt die Zahl überschuldeter Privathaushalte weiter zu und bestehende soziale Ungleichheiten werden weiter verschärft. Mit fast 20 Jahren Berufserfahrung im Bereich Schulden und Insolvenzverfahren hat die Schuldnerberaterin Michaela Maier eine Vorstellung, wie sich die Situation in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln kann: „Ersparnisse – wenn welche vorhanden waren – sind durch finanzielle Einbußen in der Corona-Krise, z.B. durch Kurzarbeit, aufgebraucht. Durch die steigenden Lebensunterhalts – und Energiekosten wird das monatliche Budget nun noch knapper. Das heißt, die Situation wird sich in der nächsten Zeit nicht entspannen, es wird eher das Gegenteil der Fall sein, fürchte ich“, berichtet Michaela Maier.

Im Landkreis Haßberge werden verschuldete Menschen seit vielen Jahren von der Caritas beraten. Hier kümmern sich Karin Rosin und – seit Februar 2022 neu im Team - Michaela Maier um die Menschen, die hinter den Schulden stehen. Beide kennen die Thematik „Schamgefühl“ nur zu gut. Daher ist absolute Diskretion die grundlegende Faustregel der beiden Caritas-Schuldnerberaterinnen. Die Hilfesuchenden müssen darauf vertrauen können, dass ihr Schicksal in den vier Wänden der Beratungsstelle verbleibt. Schwer genug ist es für sie, überhaupt den Weg in die Schuldnerberatung zu finden. Denn wer gibt schon gerne zu, dass er einen Schuldenberg hat, den man nicht mehr alleine bewältigen kann.

„Erfahrungsgemäß werden die besten Erfolge bei einer frühen Inanspruchnahme des Hilfeangebots erzielt. Daher sollte das Beratungsgespräch nicht hinausgezögert werden“, erklärt Schuldnerberaterin Karin Rosin, die seit 7 Jahren im Bereich der Schuldner- und Insolvenzberatung tätig ist. Ihre 15-jährige Vorerfahrung aus der allgemeinen Sozialberatung ist dabei äußerst hilfreich. 

Das heißt auch: die Schuldner*innen muss sich früh genug eingestehen, dass man alleine nicht mehr weiter kommt. Die meisten machen eben nicht vorsätzlich Schulden, sondern geraten in die Schuldenfalle, z.B. weil man die Arbeit verliert oder weniger verdient. „Gute Beratung ist unerlässlich, denn Verschuldung ist viel mehr als ein rein finanzielles Problem. Die Belastungen betreffen in der Regel alle Lebensbereiche der Ratsuchenden: Partnerschaft, Arbeitsplatz, Wohnsituation, soziales Umfeld und schlussendlich auch die Gesundheit“, ergänzt Karin Rosin,

Die Schuldner- und Insolvenzberatung wird beim Caritasverband für den Landkreis Haßberge kostenlos angeboten. Alle Angaben der Ratsuchenden werden streng vertraulich behandelt.

Kontakt:
Obere Vorstadt 19, 97437 Haßfurt
Tel.: 09521 691-0
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