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Der Landkreis Haßberge hat bei der Aufnahme von Flüchtlingen stark auf eine dezentrale Unterbringung gesetzt und damit eine räumliche Konzentration von Beginn an vermieden. Zugleich sind auch in den kleineren Orten Helferkreise entstanden. Gerade durch die soziale Nähe in der dörflichen und kleinstädtischen Struktur wurde hierbei ein besonderes Integrationsklima geschaffen, auf das der Landkreis stolz sein kann und das durch die Förderung eines Integrationslotsen gestärkt wurde, der seinen Arbeitsplatz beim Caritasverband für den Landkreis Haßberge e.V. hat.

Die Integration von Menschen aus anderen Kulturen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen ist keine leichte Aufgabe. So ist eine der Grundvoraussetzungen das Finden einer eigenen Wohnung, damit die jungen Menschen und Familien ihr Potential einbringen können. Denn mit der Anerkennung durch das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) sind sie angehalten, die Regierungsunterkünfte zu verlassen und eigenen Wohnraum zu suchen.
Für den Integrationsprozess ist es wichtig, dass Besitzer von Mietwohnungen in Betracht ziehen, diese auch für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Manche Vermieter haben vielleicht mit Flüchtlingen als Mieter negative Erfahrungen gemacht. Diese basieren aber häufig auf gegenseitigen Missverständnissen oder Unwissen. So ist zum Beispiel Mülltrennung in vielen der Fluchtstaaten einfach nicht üblich.
Um diese Missverständnisse oder fehlenden Informationen zu beseitigen, hat der Caritasverband Haßberge eine Initiative für die Zugewanderten gestartet. Die „Mieterqualifizierung nach dem Neusässer Konzept“ wird zu 90% vom Landkreis gefördert. Sie startete in der zentralen Unterkunft der ehemaligen Ebener Kaserne. Es folgen weitere Schulungen in Zeil, Haßfurt, Dippach und Hofheim.
An sieben Abenden werden wichtige Kerninhalte zu Mietverhältnissen vermittelt. Im ersten Modul geht es um Grundlegendes wie Reinigung von Hausfluren, Müll und Entsorgung, Heizung und Lüftung, Brandschutz und Ruhezeiten. Es wird aber auch die direkte Kontaktaufnahme mit den Vermietern trainiert. Aufgrund vorwiegend sprachlicher Unsicherheiten stellt dies oftmals den Knackpunkt dar, an dem ein Zusammenkommen zwischen Vermieter und Flüchtling scheitert.
Daher wird in der Schulung auch die telefonische Kontaktaufnahme einschließlich der Interpretation von Mietinseraten trainiert. Um beiden Seiten ein fruchtbares, weiterführendes Gespräch zu ermöglichen, werden zudem Besichtigungstermine eingeübt. Vor allem auch das Wohnungsübergabeprotokoll und die vertraglichen Pflichten, die aus einem Mietverhältnis entstehen, werden thematisiert.
Am Ende des Kurses erhalten die Teilnehmer nach erfolgreichem Test ein Zertifikat, welches ihnen bescheinigt, dass sie die Schulungsinhalte eingeübt und angewendet haben. Die Asylbewerber erstellen zudem während der Schulung eine Art Bewerbungsmappe, die neben Informationen über sie selbst verschiedene Garantien wie Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und Schufa-Auskunft enthält.
Die Bewohner der Eberner Unterkunft nahmen an den ersten Terminen der Schulung sehr positiv gestimmt und motiviert teil. Auch wenn einige zuvor viel Frustration bei der Wohnungssuche erfahren hatten, möchten sie im Landkreis bleiben. Dabei haben sie die Hoffnung, über die Teilnahme an der Schulung Vorbehalte und Ängste von Vermietern abbauen und ihren guten Willen zeigen zu können.

Vermieter können Kontakt aufnehmen zur Caritas-Beratungsstelle „FairMieten“, der sozialen Wohnungsbörse im Landkreis Haßberge: Tel. 09521 691-23; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Ehrenamtlichen Unterstützern von Flüchtlingen gibt der Integrationslotse der Caritas, Markus Grebien, gerne Auskunft: Tel. 09521 691-17; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Weitere Information zum Thema Asyl finden sich unter www.asyl.caritas-hassberge.de 

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