
Nach über drei Jahrzehnten im Dienst des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge wurde Georg Wagner im Rahmen einer Festveranstaltung unter dem Motto „Zusammen geht was“ als Geschäftsführer und Vorstand verabschiedet. Wagner hinterlässt nicht nur ein wirtschaftlich gesundes Sozialunternehmen, sondern vor allem „große Fußstapfen“, wie Caritasratsvorsitzender Johannes Simon betonte. Die Feier im Kreise von Vertretern aus Kirche, Politik und der Mitarbeiterschaft stand im Zeichen der Anerkennung für eine langjährige Aufbauleistung, die den Verband maßgeblich geprägt hat.
Caritas-Kreuz in Gold für Georg Wagner
Ein zentraler Programmpunkt war die Würdigung durch Domkapitular Clemens Bieber, den Vorsitzenden des Diözesancaritasverbandes Würzburg. Er verlieh Georg Wagner das Ehrenzeichen der Caritas in Gold, eine der höchsten Auszeichnung des Deutschen Caritasverbandes. In seiner Ansprache zog Bieber eine Parallele zur biblischen Fußwaschung und beschrieb Wagner als jemanden, der sich im Dienst für andere „zu nichts zu schade“ gewesen sei. Als Symbol hierfür überreichte er ein entsprechendes Kunstwerk.
Anerkennung durch den Landkreis
Landrat Wilhelm Schneider dankte Wagner im Namen des Landkreises und des Kreistages für die jahrzehntelange, verlässliche Zusammenarbeit. Er bezeichnete Wagner als den „Finanzminister“ des Verbandes, der die wirtschaftliche Stabilität des Sozialunternehmens stets im Blick behalten habe.
Die Vorstandsvorsitzende Anke Schäflein skizzierte die gemeinsame Wegstrecke, in der sich die Mitarbeiterzahl von ursprünglich 250 auf heute etwa 500 verdoppelt hat. Zu den Meilensteinen ihrer Zusammenarbeit gehörten:
- Pflege und Wohnen: Die Einführung der Hausgemeinschaften in St. Anna im Jahr 2007.
- Beratungsdienste: Der Aufbau der Insolvenzberatung (2010) sowie der Jugendsuchtberatung (2019).
- Krisenmanagement: Die Bewältigung der Corona-Pandemie, die insbesondere die Langzeitpflege vor enorme Herausforderungen stellte.
Schäflein betonte die außerordentliche Verlässlichkeit Wagners, der für sie in den vergangenen 20 Jahren eine zentrale Stütze in der Verbandsführung war.
Dank der Mitarbeiterschaft
Für die Belegschaft sprach Melanie Hamm (Mitarbeitervertretung). Sie bedankte sich für die menschliche Atmosphäre und die Beständigkeit, die Wagner ausgestrahlt habe. Als Abschiedspräsent überreichte das Team Symbole für Ausdauer und Zusammenarbeit und eine letzte gemeinsame Wanderung, ganz im Sinn früherer Caritas-Traditionen
Schlusswort des Scheidenden
Georg Wagner blickte auf seinen Werdegang zurück, der ihn 1993 zum Verband in die Haßberge geführt hatte. Er betonte, dass die Caritas trotz eines Jahresumsatzes von 25 Millionen Euro kein renditeorientiertes Unternehmen sei, sondern sich stets über ihre sozialen Wurzeln definieren müsse. Er schloss mit einem Appell zu mehr Mitmenschlichkeit und Sachlichkeit in gesellschaftlichen Debatten.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Sophia Weinberger und Tobias Hümpfner. Da die ursprüngliche Nachfolgeregelung nicht wie geplant realisiert werden konnte, wird Wagner dem Verband vorerst noch für eine Übergangszeit beratend zur Seite stehen.