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Melanie Schröder (Altenservicezentrum in Hofheim) und ihre Kolleginnen und Kollegen in der Altenhilfe sind stark gefordert. Teilweise müssen sie sich sogar vorwerfen lassen, sie würden das Coronavirus in die Heime einschleppen. Was sie dazu sagt, können Sie im Interview hören:

https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/beste/infizierte-pflegeheime100.html

Die Kunst- und Werkschule der Jacob Curio Realschule Hofheim bastelte coronabedingt diesmal für statt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hofheimer Altenservicezentrum

Geplant war, dass Schülerinnen und Schüler der Jacob Curio Realschule regelmäßig und gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hofheimer Altenservicezentrums basteln. Auch dieses geplante Projekt, wurde – wie so viele – durch die Folgen der Corona-Pandemie zunächst auf Eis gelegt.

Doch die Schülerinnen der Kunst- und Werkschule waren sich einig: „Genau jetzt müssen wir unsere ältere Generation unterstützen und in Gedanken bei ihnen sein. Geht es doch um Menschen, die durch das Coronavirus besonders gefährdet und zudem durch die Besuchseinschränkungen zusätzlich betroffen sind.“

Doch auch wenn die Realschülerinnen nicht wie gewohnt vor Ort ihre Werk-Besuchstage durchführen konnten, waren sie fleißig und haben gebastelt. So kamen allerhand liebevolle Weihnachtsgrüße und Geschenke zustande, die Renate Rösch, Gerontopsychiatrische Fachkraft, dankend entgegennahm: „Herzlichen Dank, auch im Namen der Bewohner, die sich sehr über die selbstgemachten Mobile, Sterne, Karten und Weihnachtsteelichter gefreut haben. Sobald es wieder möglich ist, wollen alle die gemeinsamen Bastelnachmittage wieder aufnehmen.“

Der Wunsch der Schülerinnen, ein Stück beizutragen um den Heimbewohnern eine schöne und angenehme, besinnliche Weihnachtzeit zu bescheren, ist in Erfüllung gegangen.

Einrichtungsleiterin Melanie Schröder bedankt sich bei allen, die in diesen schwierigen Tagen an das Personal und die Bewohner in der Einrichtung denken und Präsente vorbeibringen: „ Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen an uns denken, uns beschenken und uns immer wieder Mut zusprechen. Kürzlich haben wir z.B. zwei Kisten voller gebastelter Geschenke der Mittelschule Hofheim entgegen genommen. Herzlichen Dank dafür!“

Keine Verlängerung der Gültigkeit der Negativ-Testergebnisse über die Weihnachtsfeiertage in unseren Altenhilfe-Einrichtungen!

Wie Sie wissen, ist ein Betreten unserer Altenhilfe-Einrichtung für den Besuch, nur 1x pro Tag/Bewohner, mit FFP2-Maske sowie mit einem gültigen, nachweisbaren Negativ-Ergebnis eines Test für das Coronavirus SARS-CoV-2 möglich.

Die Gültigkeit der Testergebnisse haben eine Dauer von 48 h (POC-Antigen-Schnelltest) bzw. 3 Tage (PCR-Tests). Da die Ergebnis-Bekanntgabe der PCR-Tests teilweise auch länger als die geforderte Gültigkeit dauern kann, haben wir uns dazu entschieden, eine Testmöglichkeit via POC-Antigen-Schnelltest bei uns vor Ort anzubieten. Die Test-Termine wurden den Angehörigen bereits mitgeteilt. Dies ist ein freiwilliger Service für die Angehörigen unserer Bewohnerinnen und Bewohner und als vorübergehend zu betrachten.

Diese Entscheidung haben wir zum Wohle unserer Bewohnerinnen und Bewohner gefällt. Denn wir wissen um den Balanceakt zwischen Schutz und Bedürfnis nach Nähe.

In der Elfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung(11. BayIfSMV) steht, dass vom 25. bis 27. Dezember 2020 darf die dem Testergebnis zu Grunde liegende Testung mittels eines POC-Antigen-Schnelltests höchstens 72 Stunden und mittels eines PCR-Tests höchstens vier Tage vor dem Besuch vorgenommen worden sein.

Nach Abwägung der Schutzinteressen unserer Bewohner*innen und Mitarbeitenden teilen wir mit, dass wir die Verlängerung der Testgültigkeit von negativen SARS-CoV2-Tests in unseren Häusern Sankt Bruno, Haßfurt, St. Martin, Hofheim, St. Anna, Hofheim und auch bezogen auf unsere Mieterinnen und Mieter in der abWG St. Martha nicht umsetzen werden.

 

Denn: das Virus ist über die Weihnachtsfeiertage nicht weniger gefährlich als davor oder danach. Und: wir bieten auch am 1. Weihnachtsfeiertag den Besuchern unserer Bewohner*innen ein Zeitfenster zur Durchführung eines Antigentests an.

Im Mai 2020 hat der der Landkreis Haßberge mit seinen 26 Städten, Märkten und Gemeinden zusammen mit dem Caritas-Kreisverband die Aktion „Corona Solifonds Haßberge“ ins Leben gerufen und um Spenden geworben. Insgesamt kamen dabei 6.339,31 Euro zusammen, durch Spenden von Privatleuten, Vereinen, Firmen und Mitteln aus der Caritas-Stiftung. Dazu kamen auch 30 000 Euro, aus der Corona-Soforthilfe der „Aktion Mensch“.

Von dem Geld wurden Wertgutscheine für Lebensmittel erworben, die dann bei teilnehmenden Unternehmen aus der Region eingelöst werden konnten. Insgesamt hat der Caritasverband über 600 Gutscheine an Haßberge-Card-Inhaber verteilt. Davon hatten rund 20 % die Haßberg-Card neu beantragt, nachdem sie von dem Projekt aus der Presse oder durch Mundpropaganda erfahren haben. „Durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zuge der Corona-Pandemie werden bestimmte. Personengruppen besonders wirtschaftlich belastet. Deshalb ist es gut, dass die Aktion des Corona Solifonds Haßberge nochmals viele Menschen auf den Sozialpass des Landkreises Haßberge aufmerksam gemacht hat und wir so zahlreiche Neuanmeldungen verzeichnen konnten. Schließlich bietet die Haßberg-Card vielen Vergünstigungen im Landkreis und gilt als Berechtigungskarte für die Tafel“, so Doris Meironke vom Caritasverband.

„Das Projekt wurde sehr gut angenommen. Wir haben zahlreiche positive Rückmeldung von den Begünstigten erhalten. Eine Dame hat sich persönlich bei uns bedankt und berichtet, dass sie von dem Gutschein u.a. Lebkuchen und Plätzchen für die Vorweihnachtszeit gekauft hat- dies konnte sie sich letztes Jahr nicht leisten. Ein Ehepaar erzählte uns, dass sie eingekauft und sich dann zuhause an den Tisch gesetzt haben, um all die guten Sachen zu probieren, die schon lange nicht mehr in ihrem Kühlschrank waren: der würzige Käse oder die feine Wurst, die Oliven im Glas oder die gute Nussschokolade“, resümiert Sabine Rückert-Seidel, die in den vergangenen sechs Monaten für die Abwicklung der Gutschein-Aktion zuständig war.

Ein großes Dankeschön richtet sie auch an die teilnehmenden Händler aus dem gesamten Haßberg-Kreis, bei denen Gutscheine eingelöst werden konnten: „Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen lief sehr gut, der überwiegende Anteil der Gutscheine wurde in den großen Lebensmittelmärkten eingelöst. Dort wurden verschiedenste Lebensmittel eingekauft: von der Zuckerpackung bis zu den Kartoffeln, von Nudeln bis zu Butterkeksen, vom Kaffee bis zur Paradiescreme.“

Aus dem Spendentopf wurden auch 5000 Euro an die Tafeln in Haßfurt und Eltmann in Form von Lebensmitteln gespendet. Hier ging es vor allem darum, Waren zur Verfügung zu stellen, die in den Tafelläden täglich ausgegeben werden - beispielsweise 500 Päckchen Zucker.

Auch wenn die Pandemie nicht vorbei ist, war es für die Menschen eine wertvolle Hilfe und Freude, ihre Wertgutscheine einzulösen. Die Geschäftsführerin des Caritasverbandes, Anke Schäflein, bemerkt dazu zum guten Schluss des zeitlich befristeten Projektes: „Wir danken allen Spenderinnen und Spendern, die sich an unserer landkreisweiten gemeinsamen Aktion beteiligt haben. Für uns war dieses Projekt übrigens ein erneuter Beweis dafür, wie gut man mit einem Loskauf bei der „Aktion Mensch“ als Geschenkidee bedient ist: Gutes Tun – verbunden mit der Chance auf einen Gewinn. Vielleicht auch ein Geschenktipp fürs Weihnachtsfest?“ Um ein Los zu erwerben, muss man zudem noch nicht mal das Haus verlassen. Man kann es einfach Online ordern. Auch das ist eine außerordentlich gute Sache, in der Zeit dieser zweiten Corona-Welle“.

„Ein Dankeschön an die Corona-Helden!“ titelte der Fränkische Tag in einem Bericht, als das Blatt von der schönen Aktion berichtete, die von den drei Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, Jürgen Hennemann, Steffen Kropp und Markus Oppelt initiiert wurde. Sie schenkten den etwa 2600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Behörden, Institutionen und Geschäften aus dem VG-Bereich in den Gemeinden Ebern, Rentweinsdorf und Pfarrweisach in der Vorweihnachtszeit einen Schoko-Adventskalender. Damit wollten sie  Danke sagen, an alle, die sich zu Zeiten der Pandemie besonders einbringen und oft über das übliche Maß hinaus gefordert sind.

Auch das Team der Caritas-Sozialstation Ebern erhielt die süße Aufmerksamkeit. Sabine Paeth, Leiterin der Caritas-Sozialstation freute sich sehr über die Botschaft: „Das ist wirklich eine tolle Aktion. Auch wenn man es auf dem Foto vielleicht aufgrund der Mund-Nasen-Bedeckungen nicht sehen kann: die Kolleginnen lächeln und haben sich sehr über die Adventskalender gefreut. Herzlichen Dank an alle Beteiligten!“

Liebe Haßberglerinnen und Haßbergler,

ich wende mich mit einem Erlebnisbericht an Sie. Gespeist aus Beobachtungen der letzten Tage und sehr persönlich. Ein Erlebnisbericht eben. Hier ist er:

Es ist Montag. Montag, der 23.11.2020. Das Wochenende, wenn man das so nennen möchte, seit es das neue Corona-Virus gibt, lag gerade hinter mir.

Ich bin Geschäftsführerin eines regionalen Caritasverbandes. Manchmal bezeichne ich mich ein wenig despektierlich als Geschäftsführerin eines Gemischtwarenladens für Soziales. Für „Systemrelevantes“ könnte ich seit einigen Monaten sagen. Es ist nämlich viel Altenpflege dabei und auch Behindertenhilfe – so heißt das offiziell. Heute heißen die Personen, die wir dabei begleiten und unterstützen „Risikogruppen“ oder auch „besonders vulnerable Gruppen“. Beides nicht schön – aber halt Realität.
Seit dem 11.03.2020 beschäftigt mich nichts anderes mehr als SARS-CoV2. Ich nenne es hier der Einfachheit halber Corona. Ich wache mit Corona auf, verbringe den Tag im ununterbrochenen Notfall-Modus, schlafe mit Corona ein und träume von Corona. Es sind keine schönen Träume. Die Wochenenden unterscheiden sich kaum von den Werktagen. Dann arbeite ich halt von zuhause aus. Und die Zahl der eingehenden Emails ist etwas niedriger, weil es tatsächlich noch Menschen gibt, die eine Fünf-Tage-Woche erleben.
Im Hochsommer gab es wenige Tage, da war das nicht so. Die sind lange vorbei.
Ich beschreibe das aus meiner persönlichen Warte. Den Kolleginnen auf der Leitungsebene „unter mir“, also den Einrichtungsleitungen, geht es nicht anders. Für die spreche ich hier aber nicht. Die können sehr viel besser für sich selbst sprechen.
Heute – im späten November 2020 - ist die Lage aus meiner Sicht schlimmer denn je. In unserem Landkreis liegt die Inzidenz bei über 270. Seit Tagen steigt sie täglich an. In meinem Leben ist das nicht nur eine Zahl. Ich erlebe diese Zahl täglich. Täglich ploppen x Meldungen zu Kontaktpersonen und Verdachtsfällen auf. Nicht selten gibt es positive Befunde. Relativ betrachtet aber sind wir bislang gut durchgekommen. Das ist kein Schicksal, sondern Ergebnis aktiven Tuns – davon bin ich zutiefst überzeugt und zutiefst dankbar. Krisenstäbe sonntags, Schlaumachen in den Nächten zu dem, was ich jetzt als SARS CoV2 und PSA (Persönliche Schutzausrüstung) kenne, Kontaktaufnahmen direkt nach China, Ad-hoc-Bestellungen über x 10Tausende Euro, ohne die Lieferanten zu kennen und mit Vorkasse, politische Arbeit regional und überregional, Verordnungen über Nacht umsetzen, Konzepte im gefühlten Stundentakt schreiben, Tests verstehen und organisieren, interne Absicherung und Beruhigung, Kontrollen all überall, oft auch einseitiges „Durchregieren“, vermitteln zwischen den Mitarbeitern, denen die Maßnahmen zu weit gehen und solchen, die mich als fahrlässig bezeichnen…

Jetzt war gerade wieder mal etwas, was ich früher als Wochenende bezeichnete und oft auch als solches erlebte. Ich musste Einiges erledigen, wozu ich tatsächlich seit März kaum mehr komme. Dazu gehörte auch, ein Geschenk für meine Nichte zu organisieren. Mein Privatleben, obwohl ich das ja irgendwie doch auch zumindest für mich persönlich als systemrelevant empfinde, leidet sehr unter Corona. Corona hat mich irgendwie nicht nur zu einer schlechteren Tante gemacht, auch zu einer schlechteren Tochter, Schwester, Freundin, und und und.
Ich stand also am späten Samstagnachmittag von meinem Arbeitsplatz auf, um in unserem schönen Kreisstädtchen im Rahmen einer kurzen Corona-Pause, meiner Nichte Paula etwas zu kaufen. Da stand ich also vor einem Laden, den ich hier nicht konkret benennen möchte. Der Laden kann ja nichts dazu. Systemrelevantes aber gab es dort ganz bestimmt nicht. Eher einfach so Deko- und Geschenkzeugs. Am Eingang sah ich mir – trotz meinem seit neun Monaten eingeübten Gehetzt-Modus – die Szenerie des Innenraumes dieses Deko-Geschäftes an: Die Leute stapelten sich quasi. In einem Deko-Laden. Bei Corona. Bei einer Inzidenz von 270. Und nicht selten mit der Maske am Mund aber unterhalb der Nase eben. Ich ging rückwärts wieder weg, habe daraufhin auch auf den geplanten Lebensmitteleinkauf verzichtet und bin wieder an die Arbeit.

Am Montag darauf, also eben am 23.11., dann der erneute weitere Anstieg unserer Inzidenz im Landkreis. Wir sind momentan der Problemfall Unterfrankens und auch bayernweit mit an der traurigen Spitze.

Ich nehme diese Zahl wahr vor dem Wissen um eine fürchterliche Faustformel, die ich im ersten Halbjahr 2020 zutiefst erschrocken verinnerlicht habe (Wir erinnern uns: Der/die erste Corona-Tote in Deutschland starb in Würzburg!): Wenn Corona in einer stationären Altenpflegeeinrichtung wirklich angekommen ist, sterben 20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb von 2 Wochen. Ich hoffe sehr, diese Faustformel gilt im zweiten Halbjahr 2020 nicht mehr.
Und auch unsere Mitarbeitenden trifft diese Zahl sehr konkret. Sie selbst, weil sie selbst eben oft auch keine 20 Jahre mehr alt sind und nicht selten selbst zur Risikogruppe gehören. Und sie trifft es, weil keiner weiß, wie die Kolleginnen und Kollegen damit zurecht kommen sollten, wenn 20 Prozent ihrer Anvertrauten innerhalb von 2 Wochen dahingerafft würden. Wir leben in unserer Altenhilfe mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Wir kennen die Pflegebedürftigen nicht selten seit Jahren; oft auch ihre ganzen Familien. In dieser Zeit wachsen Bindungen.

Erlauben Sie mir daher eine Bitte:
So viele haben im Frühjahr für die Pflege geklatscht. Vielleicht auch Einige von Ihnen. Das war schön. Heute wünschte ich mir, man benutzte die Hände, um die Maske auch über die Nase zu ziehen. Besser noch wäre, jetzt einfach mal auszuprobieren, wie es sich anfühlt, keine Deko zu kaufen, die Hände in den Schoß zu legen und daheim zu bleiben. Vielleicht ginge auch basteln?
Das ist ungewohnt, vielleicht sogar im Ergebnis nicht schön. Ich weiß. Die Alternative aber ist schlimm.
Wir machen in der Pflege so viel. Bitte machen Sie alle weiterhin das, was wir alle inzwischen gelernt haben und womit wir bisher auch richtig gut gefahren sind. Und machen Sie andererseits mitunter einfach mal gar nichts. Dann ist auch der Besuch bei Oma und Opa weniger riskant – und den wollen wir auch in den stationären Altenpflege-Einrichtungen solange wie nur irgend machbar weiter ermöglichen.

Meiner Nichte Paula habe ich übrigens mitgeteilt, dass sie heuer kein herkömmliches Geschenk von mir bekommt. Ich habe ihr stattdessen ein Paket der anderen Art gepackt, ihr geschrieben, ein Glas Wein dabei getrunken und eine kleine, sehr private Pause von Corona gemacht.
Sie ist sehr schlau, meine Nichte Paula. Ich muss mich nicht sorgen, dass sie das nicht verstünde. Sorge bereitet mir anderes: Wie kommen wir über den Winter, wenn sich weiter fortsetzt, was ich in meinen Corona-Pausen beobachte. Corona macht keine Pause, das Virus ist bis auf Weiteres immer da und an jedem Ort….

Es ist jedes Jahr ein herzliches Wiedersehen, voller Dankbarkeit und Erinnerungen, wenn sich Angehörige und Freunde von verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohnern im November zum Gedenkgottesdienst im Hofheimer Caritas Altenservicezentrum einfinden. Danach haben Mitarbeitende, Familienangehörige und andere Bewohner in der Cafeteria die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Erinnerungen auszutauschen.

Doch 2020 ist ja bekanntlich alles anders. Das aktuelle Infektionsgeschehen und die damit verbundenen besonderen Besuchsregelungen und das Abstandsgebot lassen keinen gemeinsamen Gottesdienst in den Räumen des Caritas-Altenservicezentrums zu. Um den Angehörigen dennoch die Möglichkeit des Gedenkens zu geben, haben sich Mitarbeiterinnen für dieses Jahr eine besonders schöne Alternative einfallen lassen und zusammengearbeitet. In der Woche vom 19.11.2020 bis 25.11.2020 wurde ein herrlich geschmückter Altar im Garten der Einrichtung aufgebaut. Angehörige konnten hier in stillem Gedenken an die Verstorbenen verweilen, eine Kerze anzünden und im eigens dafür angefertigten Gedenkheft mit Texten, Liedern und Fürbitten blättern. Die liebevoll gestalteten Kerzen konnten als Andenken mit nach Hause genommen werden.

Besonders dankbar ist man im Altenservicezentrum über das gespendete Kreuz, das von der Werkstatt der Diakonie Zeilberg zur Verfügung gestellt wurde. „Uns war es wichtig, dass die Angehörigen trotz oder vielleicht auch gerade aufgrund der aktuellen Situation eine Möglichkeit haben, hier vor Ort an die Verstorbenen zu denken. Durch die Lösung mit dem Altar im Freien werden alle Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten und man hat dennoch einen stimmungsvollen Gedenkmoment“, erklärt Einrichtungsleiterin Melanie Schröder.

Kürzlich informierten wir darüber, dass in einer Reihentestung, die wir seit dem Sommer 2020 freiwillig durchführen, vereinzelte positive Befunde zum neuen Coronavirus aufgefallen sind.

Im Anschluss an diese Befunde wurden umgehend weitere Testreihen durchgeführt. Um den 05. und 06. November war die erste nachfolgende Testrunde aller Bewohnerinnen und Bewohner sowie aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese ergab keinen einzigen neuen positiven Coronafall.

Nun hat auch die zweite Testrunde am 11./12.11. nur gute Nachrichten erbracht. Erneut sind alle Bewohnerinnen und Bewohner unseres Caritas Altenservicezentrum St. Martin und der Caritas Hausgemeinschaften St. Anna ohne jeglichen Befund aus der Testung hervorgegangen. Am vergangenen Freitagabend, 13.11., wurden wir dazu vom Gesundheitsamt informiert.

Zum Stand jetzt ist das auch bei den Mitarbeitenden der Fall. Allerdings liegen bei diesen noch nicht alle Ergebnisse vor. Einige stehen noch aus, die meisten aber sind bekannt und eben erneut alle negativ.

Laut Anordnung des Gesundheitsamtes besteht das Besuchsverbot für das Caritas Altenservicezentrum St. Martin und der Caritas Hausgemeinschaften St. Anna bis einschließlich 18.11. fort. Ab dem 19.11. dürfen wieder Besucher empfangen werden.

Nachdem die Inzidenz in unserem Landkreis Haßberge immer noch so hoch ist, ist ab dem 19.11. weiterhin nur ein Besuch einer Person je Bewohner und Tag möglich.

Melanie Schröder, Einrichtungsleiterin Caritas Altenservicezentrum in Hofheim teilt mit: „Wir sind sehr erleichtert. Die letzten Wochen waren anstrengend – für uns als Mitarbeitende und sicherlich auch für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörigen. Unser großer Dank geht an alle Beteiligten für ihr Mithelfen, unsere pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner und unsere Mitarbeitenden und deren Familien so gut wie irgend möglich zu schützen!“

Am Samstag, 07.11., informierte das Gesundheitsamt darüber, dass die Ergebnisse der ersten Testrunde der Mitarbeitenden sowie Bewohnerinnen und Bewohner der Hofheimer Einrichtungen auf das Coronavirus allesamt negativ ausgefallen sind.

„Natürlich sind wir erst einmal erleichtert über dieses Resultat. Aber wir alle wissen ja auch um die Komplexität der Diagnostik. Nun folgen die notwendigen zweiten Tests. Deren Ergebnisse sind nicht weniger wichtig“, erklärt Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge.

Ab dem 11.11. folgt der zweite Testdurchgang. Bis die Ergebnisse der zweiten Testreihe vorliegen, bleibt das Besuchsverbot für das Caritas Altenservicezentrum St. Martin und die Caritas Hausgemeinschaften St. Anna, Hofheim, bestehen.

Für den Besuch von Bewohnerinnen und Bewohner in der Sterbephase gibt es kontrollierte Ausnahmen.

Wir danken allen Angehörigen für ihr Verständnis.

Aufgrund der Corona-Pandemie und der 8. bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (8. BayIfSMV) gilt für den Caritasverband Haßberge e.V. aktuell für alle Beratungsdienste:

  • Beratungsgespräche finden grundsätzlich per Telefon oder Videochat statt.
  • Nach vorheriger Absprache und unter Einhaltung geltender Hygiene-Maßnahmen können Vor-Ort-Termine in Einzelberatungen stattfinden
  • Gruppenangebote sind aufgrund der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen nicht möglich

 

Herbst, Corona, Lockdown light – wenn die Sorgen größer werden

Es wird dunkler und kälter, die Corona-Pandemie ist allgegenwärtig und jetzt noch der "Lockdown-Light". Sie haben das Gefühl, mit der aktuellen Situation finanziell und emotional immer weniger umgehen zu können? Die Beratungsdienste der Caritas sind für Sie da und schaffen Möglichkeiten mit Ihnen in dieser Krise in Kontakt zu bleiben. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet in unsere Standorte und beachten Sie bitte die jeweils bestehenden Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Anfragen in den Bereichen allgemeine Sozialberatung, Schuldner- und Insolvenzberatung, Fachstelle für pflegende Angehörige, Haßberg-Card, Flüchtlings- und Integrationsberatung und FAIR-Mieten sowie für die Beratungsstelle für Familien - Kinder, Jugendliche und Eltern richten Sie bitte telefonisch an die Verwaltung: 09521/691-0 oder per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die Verwaltung des „Sozialpsychiatrischen Dienst“ und der „Suchtberatung“ erreichen Sie unter 09521/926-550 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die Beratungsleistungen sind kostenlos. Alle Mitarbeiter*innen unterliegen der Schweigepflicht. Wir beraten unabhängig von Alter, Konfession, Herkunft, Weltanschauung oder sozialer Stellung.

 

Aktuelle Informationen: www.caritas-hassberge.de

Im Zuge der vorsorglich durch den Caritasverband für den Landkreis Haßberge e.V. veranlassten Reihentestungen von Mitarbeitenden und Bewohnern wurden im Altenservicezentrum St. Martin vier Mitarbeitende und in der Hausgemeinschaft St. Anna ein Bewohner positiv auf das Virus SarS-CoV2 getestet.

Alle jetzt positiv Getesteten waren und sind bis heute ohne Krankheitssymptome.

„Ohne Reihentestungen wäre das Infektionsgeschehen ganz sicher deutlich später erkannt worden“, erklärt Frau Schröder, Einrichtungsleitung. „Ich danke daher allen Mitarbeitenden und Bewohnern, dass Sie sich an den freiwilligen Testungen beteiligen“.

"Alle jetzt nötigen Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung und Kooperation mit dem Landratsamt und dem Gesundheitsamt", erklärt Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge, Träger der betroffenen Einrichtungen.

Die Reihentestungen in den Einrichtungen werden seit August regelmäßig durchgeführt. In den Häusern in Hofheim leben aktuell 103 Bewohnerinnen und Bewohner: Etwa 150 Mitarbeitende sind für deren Versorgung und Unterstützung beschäftigt.

Bis zu den Ergebnissen weiterer Testungen gilt für das Altenservicezentrum St. Martin und für die Hausgemeinschaften St. Anna ein Besuchsverbot.

„Wie schön, ein Kess-Nest zum Abschied“, sagt Annerose Simon nicht ohne Wehmut, als sie den großen Blumenstrauß und einen Bücher-Gutschein zum Abschied von Gerhard Lutz, Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Caritas, erhielt. Gemeint ist die liebevoll gestaltete Mitte des Stuhlkreises, mit Tüchern, Kerze und den Schlagworten für die „Kess-erziehen“ steht: kooperativ, ermutigend, sozial und situationsorientiert erziehen. Annerose Simon war 15 Jahre lang Referentin für diese Kurse, die vom Familienbund der Katholiken initiiert und in Zusammenarbeit mit der Caritas-Beratungsstelle für Familien durchgeführt wurden.

Seit 2003 werden „Kess-erziehen“-Kurse bundesweit angeboten. Bereits ab 2005 war Frau Simon eine der ersten Referentinnen für den Kurs im Landkreis Haßberge und hat das Konzept hier etabliert. Sie zeigte sich stets mit viel Herzblut und Engagement als Ansprechpartnerin für Eltern, die ihre Erziehungskompetenzen stärken und weiter entwickeln wollten. Nach 15 Jahren wollte Frau Simon nun einen Schlusspunkt setzen: „Mit über 60 Lebensjahren ist man dem Ende des Lebens näher, als dem Anfang. Nach so vielen schönen Jahren der Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern möchte ich meinen Fokus nun mehr auf die Hospizarbeit richten. Außerdem ändern sich die Zeiten. Ich komme noch aus einer Eltern-Generation, in der vor einem Abstand unter einem Meter vor dem TV-Gerät gewarnt wurde. Heute ist das, in Zeiten von Smartphones und Tablets, unvorstellbar.“

Was sich in all den Jahren aber nicht geändert hat, ist der Bedarf an Unterstützung in Erziehungsfragen. Die hohe Weiterempfehlungsrate der Kess-Kurse sprechen für sich. Aber auch die zahlreichen positiven Rückmeldungen von den Kursteilnehmern, beeindruckten Gerhard Lutz jedes Mal aufs Neue: „Die Eltern bestätigen durchwegs die hohe Kompetenz und das große Einfühlungsvermögen von Frau Simon und heben stets die alltagspraktischen Hilfestellungen heraus, die sie aus dem Kurs mitgenommen haben. Seit 15 Jahren bieten wir diese Kurse mit Frau Simon an. 41 Kurse mit 485 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und somit über 1000 Kinder, die davon profitieren konnten. Eine beeindruckende Bilanz. Ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Simon und Caritas-Erziehungsberatung ein echtes Erfolgsmodell für alle Beteiligten war. Herzlichen Dank dafür!“

Anna Hartmann aus Haßfurt besuchte einen der Kurse und auch sie hat für die scheidende Kursleiterin viele lobende Worte parat:“ Frau Simon hat es mit ihrer sehr tiefgreifenden und einprägsamen, wenn auch nicht aufdringlichen Art geschafft, eine Atmosphäre zu schaffen, in der jede/r mitgenommen werden konnte. Sie hat uns sehr viele Edelsteinmomente geschenkt – jede/r Teilnehmer weiß, was damit gemeint ist. Ich bin sehr froh, dass ich einen ihrer Kurse besuchen und damit von Frau Simons Kompetenz profitieren konnte.“.

„Edelsteinmomente sind Ermutigungsmomente. Hierbei werden die Eltern vor allem darin unterstützt, das Positive im Verhalten des Kindes zu erkennen und zu würdigen. Es sind Situationen, in denen die eigene Aufmerksamkeit voll und ganz auf das Kind gerichtet ist. Momente, in denen man ausdrückt: Du bist mir wichtig. Ich mag Dich so, wie Du bist. Schön, dass Du da bist. Momente, die so kostbar sind, wie Edelsteine“, erklärt die gelernte Erzieherin, die auch schon „Frau Kess“ genannt wurde. Und genau einen solchen Moment der Wertschätzung wollte das gesamte Team der Erziehungsberatungsstelle der Caritas zum Abschied zurückgeben. Mit Sekt, Blumen, Geschenk und einem gemeinsamen Essen. Corona-konform mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz, aber nicht minder herzlich, als Zeichen der Dankbarkeit und Verbundenheit.

Die „Kess-erziehen“-Kurse gehen weiter. Es wurde eine Nachfolgerin gefunden, an die Annerose Simon den Staffelstab schon weiter gegeben hat. Ute Rapsch, Lebensberaterin und zertifizierte Kess-Trainerin hat bereits den ersten Kurs geleitet und für 2021 sind weitere Termine in Planung. 

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