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Was aus politischer Sicht als Meilenstein für mehr Spielerschutz beschrieben wird, ordnet Andreas Waldenmeier, Bereichsleiter der Caritas-Beratungsstellen Sozialpsychiatrischer Dienst und Suchtberatung als erhöhtes Risiko für Spielsüchtige bzw. Spielsuchtgefährdete ein.

Das Online-Glücksspiel war bislang eine juristische Grauzone. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag sollen Spieler nun besser geschützt werden. Am 1. Juli 2021 trat dieser nun in Kraft. Insbesondere bislang verbotene, aber zum Teil geduldete Online-Glücksspiele sind nun legal. Der neu geschaffene Rechtsrahmen soll verlässlich sein und eine sichere Alternative zu den unzähligen Schwarzmarkt-Angeboten bieten. Und der Staat erhält so auch mehr Steuereinnahmen, die ihm bei den illegalen Glücksspielangeboten aus dem Ausland bislang verloren gingen.

Suchtberater Andreas Waldenmeier befürchtet aber vor allem: „Eine insgesamt erhöhte und besonders einfache Verfügbarkeit von Onlinecasinos und anderer Angebote führt zu neuen Risiken der Suchtentwicklung, -aufrechterhaltung und Rückfallgefährdung. Die in diesem Zusammenhang vorgeschlagenen Regulierungen des Spielerschutzes greifen nicht oder zu kurz.“

Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag werden in ganz Deutschland Online-Casinos legal, verbunden mit einer zentralen Sperrdatei für abhängige Zocker, einem monatlichen Einzahlungslimit sowie einer zentralen Aufsichtsbehörde. Die Landesstelle Glückspielsucht in Bayern kritisiert das Gesetz in ihrer Pressemitteilung vor allem für die festgelegte Summe von 1000€ für: Zum einen handelt es sich nicht um die Grenze des eingesetzten Geldes, sondern um den monatlichen Gesamtverlust. Ein Verlustlimit von 1.000 € ermöglicht ein exzessives Spielverhalten, das mit einer massiven Suchtgefährdung einhergeht. Mit diesem Limit werden somit hochgefährliche Spielmuster erlaubt bzw. legitimiert. Zum anderen handelt es sich um eine beträchtliche Summe Geldes, die einen erheblichen Anteil des zur Verfügung stehenden Lebensunterhalts umfassen und bei entsprechend geringem Einkommen eine Person oder eine Familie massiv finanziell gefährden kann. Hierbei muss außerdem bedacht werden, dass Glücksspielende häufig sowohl online als auch terrestrisch spielen, also zu den 1.000 € oftmals weitere Verluste hinzukommen.

Jugendsuchtberaterin Dorothee Walter sieht zudem noch eine weitere Gefahr, insbesondere bei jüngerem Klientel: „Werbung für Glücksspielangebote spricht häufig besonders Jugendliche und junge Erwachsene - eine besonders gefährdete Gruppe - an, verstärkt die Illusion von schnellen Gewinnen und blendet Suchtgefahren aus. Das Verhalten erscheint risikolos, sozial akzeptiert und der Norm entsprechend zu sein.“

Bisher mussten sich exzessive Spieler, die den Absprung schaffen wollten, bei jedem einzelnen Anbieter sperren lassen. Das wird sich nun ändern. Das Prinzip der zentralen Sperrdatei ist ein wichtiges Instrument zur Prävention. Doch die Dauer der Sperre von einem Jahr greift für Andreas Waldenmeier zu kurz: „Bei den selbst- und fremdgesperrten Personen handelt es sich in der Regel um hochgefährdete oder bereits abhängig Glücksspielende. Ein Jahr Sperre greift insbesondere bei bereits manifest Süchtigen zu kurz“.

Online kann man schnell tausende von Euro verzocken, dabei fängt es häufig harmlos an. Hier mal 20 Euro einsetzen, dort mal eine Willkommens-Gutschein über 50€ einlösen. Wann schlägt gelegentliches Glücksspiel in gefährdetes Verhalten um? Woran erkenne ich riskantes Verhalten oder gar eine Spielsucht?

Betroffene vernachlässigen ohne ersichtlichen Grund ihr Umfeld und haben sehr oft keine Zeit. Sie leihen sich häufig Geld innerhalb der Familie oder dem Freundeskreis.Viele leiden unter Stimmungsschwankungen und werden unzuverlässig, belügen ihr Umfeld, um so das Spielverhalten geheim halten zu können.

Kriterien einer pathologischen Spielsucht sind:

  • Das unwiderstehliche Verlangen immer wieder spielen zu müssen
  • Verlust der Kontrolle, der Süchtige kann nicht mehr aufhören zu spielen
  • Die gewünschte Erregung kann nur durch immer höher Einsätze erreicht werden
  • Wird das Spielen eingeschränkt, treten Gereiztheit und Unruhe auf
  • Der Missbrauch wird fortgesetzt, obwohl die Folgeprobleme bekannt sind
  • Hoher Zeitaufwand für die Beschaffung von Geld und die Planung von Spielunternehmungen
  • Die Betroffenen versuchen, auch auf illegalem Weg, an Geld zu kommen

Hilfe und Unterstützung vor Ort: Caritas-Suchtberatung, Promenade 37 in Haßfurt; Tel.: 09521/926-550
Online-Beratung gibt es unter www.caritas.de/onlineberatung und unter www. playchange.de (Landesstelle Glückspielsucht Bayern)

 

Die Caritas-Beratungsstelle für Familien –Kinder, Jugendliche und Eltern– bietet in Kooperation mit dem Familienbund der Katholiken/Diözese Würzburg einen Elternkurs mit dem Thema „Abenteuer Pubertät“ an. Dieser „Kess-Kurs“ richtet sich an Väter und Mütter mit Jugendlichen im Alter von 11 bis 16 Jahren und stellt die Lebensphase der Pubertät in den Mittelpunkt. Er findet unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Hygienevorgaben an drei Dienstagstermine im Juli: 06., 13., und 20. Juli, jeweils von 19:30 bis 22 Uhr statt. Im Herbst folgen zwei weitere Termine, nach Rücksprache mit den Kursteilnehmern. Veranstaltungsort ist das Haus Sankt Bruno, Promenade 37 in Haßfurt. 

Der von der Diplom-Religionspädagogin (FH) und Kess-Trainerin Angelika Reinhart geleitete Kurs wurde durch den Familienbund der Katholiken der Diözese Würzburg entwickelt und wird auch von dort finanziell gefördert, deshalb beträgt die Teilnahmegebühr nur 40€ für Einzelpersonen und 50€ für Paare; ein Elternhandbuch ist darin enthalten.

Anmeldung bis 2. Juli 2021 und weitere Informationen gibt es beim Caritasverband für den Landkreis Haßberge e.V.:  Tel. 09521 691-0.

Pubertät – das ist für Eltern wie für Jugendliche eine Phase des Aufbruchs, risikoreich und anstrengend, aber zugleich gibt es viel Schönes neu zu entdecken. Der Kurs „Abenteuer Pubertät" vermittelt Müttern und Vätern Wege, Konflikte mit dem Jugendlichen gemeinsam anzugehen und zu lösen. Mit Hilfe von Impulsen, Übungen und im Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern können Fähigkeiten und Kompetenzen in der Erziehung vertieft und erweitert werden. Die vorgesehenen Themen sind: „Das positive Selbstwert- und Lebensgefühl des heranwachsenden Jugendlichen fördern“ – „(Störende) Verhaltensweisen von Jugendlichen ‚anders‘ verstehen und angemessen darauf reagieren“ – „Die Spannung zwischen Abgrenzung und gewünschter Gemeinschaft als Familie aushalten und kooperativ gestalten“ – „Grenzen respektvoll setzen“ und „Die Entwicklung des Sohnes/der Tochter zu einem eigenständigen, verantwortungsvollen und lebensfrohen Menschen fördern“.

Der Nachholtermin der ordentlichen Vertreterversammlung 2020 des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge e.V. findet am Montag, 28.06.2021 um 19.30 Uhr im Rudolf Winkler Haus in Zeil mit entsprechendem Schutz- und Hygienekonzept statt. Die ursprünglich für November 2020 geplante Versammlung musste aufgrund der Zuspitzung der Corona-Fallzahlen abgesagt werden. Die stimmberechtigten Vertreter der Kirchenstiftungen, der Pfarrgemeinderäte, der Caritasbeauftragten und der Caritasvereine sowie die Caritasräte wurden termingerecht schriftlich eingeladen. Die Fördermitglieder sind selbstverständlich ebenfalls eingeladen, um sich zu informieren und ihre Solidarität und Unterstützung zu bekunden; sie sind jedoch nicht einzeln stimmberechtigt, sondern ebenfalls durch Vertreter.

Die Tagesordnung sieht vor:

TOP 1                    Eröffnungsregularien - Herr Johannes Simon, 1. Vorsitzender
TOP 2                    Diskussion des Tätigkeitsberichts 2019 - Herr Johannes Simon - Beschluss
                                Es wird gebeten, den im Juli 2020 versandten Tätigkeitsbericht 2019 mitzubringen
TOP 3                    Vorstellung Gewinn- und Verlustrechnung 2019 - Frau Anke Schäflein, Herr Georg Wagner
                                - Beschluss
TOP 4                    Vorlage des Prüfungsberichts der Verbandsrevisoren - Verbandsprüfer
TOP 5                    Entlastung des Vorstands - Beschluss
TOP 6                    Haushalts- und Stellenplan für das Jahr 2021 – Beschluss
                                Information zur Kirchensteuerzuweisung 2021
TOP 7                    Caritas-Sozialstation St. Hedwig, Eltmann - Information
TOP 8                    Projekt Brüder-Becker-Straße, Haßfurt
                                St. Katharina (Arbeitstitel) - Information
TOP 9                    Beratungsstelle für Familien - Kinder, Jugendliche und Eltern:
                                Finanzielle Förderung - Information
TOP 10                  Flüchtlings- und Integrationsberatung/Integrationslotse:
                                Personalausstattung, finanzielle Förderung - Information
TOP 11                  Verschiedenes - Wünsche und Anträge             

Vom 7. - 11. Juni  fand die Aktionswoche der Schuldnerberatung in ganz Deutschland statt. "Der Mensch hinter den Schulden" war das diesjährige Motto. Aktionen vor Ort – zum Beispiel Diskussion-  oder Informationsveranstaltungen, Foto- und Plakataktionen – sollten für das Thema sensibilisieren.

Im Landkreis Haßberge wurden im Rahmen der Aktionswoche Befragungen der Klient*innen durchgeführt, um einen Eindruck zu vermitteln, welche Schicksale und Lebenswege sich hinter der Überschuldungssituation befinden. Aus den geführten Interviews werden im Folgenden anonymisierte Äußerungen zitiert. Verschuldete Menschen werden seit vielen Jahren von der Caritas beraten. Hier kümmern sich Karin Rosin und Heike Först um die Menschen, die hinter den Schulden stehen.

Absolute Diskretion ist die grundlegende Faustregel der beiden Caritas-Schuldnerberaterinnen. Die Hilfesuchenden müssen darauf vertrauen können, dass ihr Schicksal hier in den vier Wänden der Beratungsstelle verbleibt. Schwer genug ist es für sie, überhaupt den Weg in die Schuldnerberatung zu finden. Denn wer gibt schon gerne zu, dass er einen Schuldenberg hat, den man nicht mehr alleine bewältigen kann.

Die Augen zuzumachen, die Situation zu verdrängen – das macht das Ganze oftmals viel schlimmer. Das erlebte auch ein Ehepaar aus dem Landkreis Haßberge und appelliert deshalb: „Man muss sich früh genug eingestehen, dass man alleine nicht mehr weiter kommt. Die meisten machen eben nicht vorsätzlich Schulden, sondern geraten in die Schuldenfalle, z.B. weil man die Arbeit verliert oder weniger verdient.“ Alle Klient*innen beschreiben in den Beratungsgesprächen den hohen Belastungsdruck, den sie aufgrund ihrer Überschuldungssituation haben und damit einhergehend auch zunehmend gesundheitliche Beschwerden.

„Gute Beratung ist unerlässlich, denn Verschuldung ist viel mehr als ein rein finanzielles Problem. Die Belastungen betreffen in der Regel alle Lebensbereiche der Ratsuchenden: Partnerschaft, Arbeitsplatz, Wohnsituation, soziales Umfeld und schlussendlich auch die Gesundheit“ .erklärt Karin Rosin, die seit 6 Jahren im Bereich der Schuldner- und Insolvenzberatung tätig ist. Ihre 15-jährige Vorerfahrung aus der allgemeinen Sozialberatung ist dabei äußerst hilfreich.  

„Die Scham ist eine der größten Hürden, sich überhaupt bei uns zu melden.“, ergänzt Schuldnerberaterin Heike Först, die seit rund 20 Jahren überschuldete Personen berät. Eine Klientin berichtet:“ Es hat lange gedauert und viele Tränen und Überwindung gekostet. Als wir definitiv nicht mehr konnten und gemerkt haben, wir brauchen dringend Hilfe, hat uns eine inzwischen sehr gute Freundin den Tipp mit der Beratung bei der Caritas gegeben.“

Oftmals fängt es harmlos an, wie bei diesem jungen Mann aus dem Landkreis Haßberge: „Alles ging los mit der Autofinanzierung und überzogenem Dispo. Dann kam der erste Kredit bei der Bank. Eigentlich habe ich schon seit der Ausbildung Schulden.“ Eine typische Situation, die man in der Beratungsstelle gut kennt. Doch wie geht die Schuldnerberatung dann vor? Neben der Analyse der gesamten finanziellen Situation (Überblick über die offenen Verbindlichkeiten, Überprüfung der Forderungen, Erstellen eines Haushaltsplanes) werden gemeinsam Einsparpotentiale gesucht. Geklärt werden auch die Fragen: Gibt es eine Möglichkeit, die Einnahmen zu erhöhen, sind alle Sozialleistungen ausgeschöpft, wie z.B. Wohngeld? Die Interviews zeigen auch deutlich: Der größte Wunsch der Betroffenen ist es, ihre Schulden los zu werden, um wieder ein ganz normales Leben führen zu können. Und dranbleiben lohnt sich, weiß eine weitere Klientin der Schuldnerberatung: “Natürlich haben wir immer noch Magenschmerzen beim Öffnen der Post von Inkassobüros. Aber seit dem Schritt in die Schuldnerberatung ist es nun zumindest leichter, damit umzugehen.“

Auch aktuell ist der Andrang in den Schuldnerberatungsstellen groß, lange Wartezeiten bis zum ersten Termin sind keine Seltenheit. Auch die digitale Beratung der Caritas in Deutschland ist sehr gefragt: Die Schuldnerberatung ist das Online-Beratungsfeld mit den meisten Neuregistrierungen von Ratsuchenden in den vergangenen 12 Monaten. Aktuell melden sich deutschlandweit pro Monat etwa 800 neue Ratsuchende für dieses Angebot an – zusätzlich zu den Kontakten, die in den Beratungsstellen vor Ort stattfinden. In Haßfurt versuchen Karin Rosin und Heike Först die Anfragen möglichst schnell telefonisch zu klären und zeitnah einen Beratungstermin zu vereinbaren.

 

Kontakt zur Schuldner- und Insolvenzberatung im Landkreis Haßberge:

Caritasverband f.d.Lkr. Haßberge e.V.
Obere Vorstadt 19, 97437 Haßfurt
Tel.: 09521 691-0
E-Mail:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Intern, mit YouTube und viel guter Stimmung: das Caritas-Altenservicezentrum in Hofheim feierte sein 25-jähriges Bestehen

25 Jahre Altenservicezentrum St. Martin in Hofheim. 1/4 Jahrhundert. 9125 Tage voller Einsatz für Menschen im Alter. Natürlich wäre das ein willkommener Anlass gewesen, gemeinsam mit Angehörigen, Nachbarn und zahlreichen weiteren Gästen zu feiern. Aufgrund der aktuellen Situation war dies jedoch nicht möglich. Deshalb fand unter dem Motto „Ein Hoch auf uns“ eine interne Feier mit den Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen statt. Das Rahmenprogramm war dennoch dem Anlass angemessen: gemeinsames Mittagessen, Ansprachen, Ehrungen langjähriger Mitarbeiterinnen, ein feierlicher Festgottesdienst und gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.

Für Einrichtungsleiterin Melanie Schröder war klar:“ Das Ganze coronabedingt ausfallen zu lassen war für uns keine Alternative. Wir feiern hier in Hofheim ja schließlich so gerne. Außerdem ist das heutige Fest auch ein Anlass, uns alle gegenseitig hochleben zu lassen. Dafür, dass wir die letzten Monate so wunderbar zusammen gemeistert haben.“

Das Herzstück des Hauses, das begrünte und lichtdurchflutete Atrium war festlich in den Farben rot und weiß dekoriert, an den Säulen klebten zahlreiche Bilder aus den letzten 25 Jahren, in denen das Haus schon viele Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen erlebte. Einige von ihnen, die schon von Anfang an dabei waren und heute noch dort arbeiten wurden von Anke Schäflein, der Geschäftsführerin des Caritasverbandes Haßberge, mit herzlichen Worten geehrt: „Es ist so schön, dass wir heute nicht nur unser Haus feiern können, sondert auch Euch, die ihr auf 25 Jahre ‚Dienst am Nächsten‘ hier zurückschauen könnt. Ihr und alle anderen Mitarbeiter*innen, seid die menschlichen Stützpfeiler unseres Hauses St. Martin.“ Die anwesenden Jubilarinnen Hildegard Berthold, Lotte Weimer, Monika Pecht und Hiltrud Meisner erhielten eine Laudatio und einen Blumenstrauß, neben der Zuwendungen gemäß der Caritas-Arbeitsvertragsrichtlinien. Herr Michael Rauscher, der kürzlich verstorben ist, sollte ebenfalls zum 25-jährigen Dienstjubiläum geehrt wurde. Für Ihn gab es ehrende Worte zum Gedenken. Frau Regner, die auch auf ein viertel Jahrhundert Dienst in St. Martin zurückschaut, konnte nicht anwesend sein.

Das Fest- Motto „Ein Hoch auf uns“ griff auch Johannes Simon, 1. Vorsitzender des Caritasverbandes, in seiner Begrüßungsansprache auf und sorgte mit dem gleichnamigen Lied von Andreas Bourani für einen ersten stimmungsvollen Höhepunkt, bei dem geschunkelt und geklatscht wurde. „Ein Hoch auf die Menschen hier in St. Martin. Und ein Hoch auf die Einrichtung, die seit 25 Jahren ihrem Namen alle Ehre macht, nämlich mit einem umfassenden Angebot der Altenhilfe. Ein Vierteljahrhundert Hilfe und Unterstützung in vielen Bereichen für alte und kranke Menschen und deren Angehörige. Und all das, geschieht bis heute mit viel Einsatz und Herz.“

Ein weiteres Highlight war sicherlich der Festgottesdienst, der von Domkapitular Clemens Bieber abgehalten wurde, unterstützt von Pastoralassistentin Regina Krämer und dem Organisten, Herrn Langer. Zumindest virtuell konnten hier Freunde des Hauses und die Angehörigen der Bewohnerinnen teilnehmen. Der Gottesdienst wurde nämlich per Livestream auf YouTube übertragen. Umso passender war auch das Thema von Biebers Predigt, in der er auf Social Distancing und die Folgen für Bewohnerinnen und Mitarbeiter*innen einging. „Wenn Corona eine gute Seite hatte, dann die Erinnerung, dass wir auf die Menschen in unserem direkten Umfeld vertrauen dürfen. Denn Social Distancing heißt eben nicht, anderen keine Hilfe zu leisten. Sondern sich dennoch und gerade deshalb für seine Mitmenschen einzusetzen.“

Anschließend wurden bei Kaffee und Kuchen noch einige Geschichten aus den letzten Jahren ausgetauscht, ehe eine gelungene und kurzweilige, interne 25-Jahr-Feier ihr Ende fand.

Infos zum Altenservicezentrum St. Martin in Hofheim:
Das Caritas-Altenservicezentrum St. Martin wurde am 1. Mai 1996 als äußerst innovative Einrichtung eröffnet. Keine andere Altenhilfeeinrichtung hat so viel unterschiedliche Serviceleistungen aus einer Hand aufzuweisen wie St. Martin in Hofheim. Dieses seinerzeit und bis heute Beispiel gebende Gesamtkonzept ist dem Weitblick und Sachverstand des langjährigen früheren Geschäftsführers, Herrn Klaus Diedering, zu verdanken.
Herzstück ist die vollstationäre Pflege, die im Haupthaus an der Obermühle 2 auf zwei Etagen für 64 Bewohner angeboten wird. Für die Pflegebedürftigen stehen ausschließlich Einzelzimmer zur Verfügung. Auffällig ist vor allem der architektonisch gelungene Bau mit dem begrünten, lichtdurchfluteten Atrium. Auch Kurzzeit- und Verhinderungspflege ist hier möglich. Die Tagespflege, die sich ebenfalls im Gebäude befindet, war die erste dieser Art im Landkreis Haßberge und betreut heute bis zu 30 Gäste pro Woche. Menübringdienst und stationärer Mittagstisch ermöglichen den Menschen weiterhin zu Hause zu leben, aber nicht mehr selbst am Herd stehen zu müssen.
Das Service-Angebot von St. Martin vervollständigen die sieben altersgerechten Mietwohnungen, in denen ältere Menschen absolut selbstbestimmt leben können. Individuell abgestimmt können sie nach Bedarf Pflege und Betreuung zubuchen.
Seit 2007 ergänzen die Hausgemeinschaften St. Anna mit ihrem modernen Pflegekonzept das besondere Altenpflege-Angebot der Caritas in Hofheim.
Mit 124 Arbeitsplätzen (St. Martin, St. Anna, Tagespflege mit Hol- und Bringdienst, Menübringdienst) sowie 10 Ausbildungs- und Praktikumsplätzen ist das Hofheimer Altenservicezentrum ein großer Arbeitgeber.

Dienstjubiläen 2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25-jähriges Dienstjubiläum: Monika Pecht, Hildegard Berthold, Hiltrud Meisner und Lotte Weimer (v.l.n.r) wurden im Rahmen der 25-Jahr-Feier des Altenservicezentrums St. Martin in Hofheim geehrt.

 

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Bei einem Festgottesdienst mit Domkapitular Clemens Bieber dankten Mitarbeiterinnen für das gute Miteinander im Haus.

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Gut besucht war das herrlich dekorierte Atrium des Hofheimer Altenservicezentrums bei den Feierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Einrichtung.

Kaffee und Kuchen, Beisammensitzen, gemeinsam Fotobücher anschauen und in Erinnerungen schwelgen. So wurde der 10. Geburtstag in St. Martha gefeiert. Coronabedingt ganz ohne weitere Gäste. Dabei hätte dieses Erfolgsmodell sicherlich ein rauschendes Fest verdient gehabt.

Am 01.04.2011 wurde die ambulant betreute Wohngemeinschaft (abWG) für pflegebedürftige Menschen St. Martha in Knetzgaus Dorfmitte feierlich eröffnet. Das Konzept „Sicherheit und Selbstbestimmung im Alter“ wird hier gelebt im gemeinsamen Alltag, der sich in den großen und hell gestalteten Gemeinschaftsräumen abspielt. 12 Mieter*innen können sich in ihrem Zimmer individuell gemütlich einrichten und in der familienähnlichen Gruppe einen weitestgehend gewohnten Tagesablauf genießen. Die Bewohner*innen werden rund um die Uhr liebevoll unterstützt, selbst bei schwerer Pflegebedürftigkeit kann diese WG ihr Zuhause bleiben. Getragen wird das Konzept von seinen Mieter*innen und den Angehörigen, die im Gremium gemeinsam über die Abläufe bestimmt.

Angelika Krines für langjährige Betriebszugehörigkeit geehrt.

Ein weiterer Garant für dieses erfolgreiche Pflegekonzept in Knetzgau ist Angelika Krines. Sie ist seit Gründung der Einrichtung dabei und feierte kürzlich ihr 25-jähriges Dienstjubiläum bei der Caritas-Sozialstation, die die abWG als ambulanter Pflegedienst betreut. Neben der Zuwendungen gemäß der Caritas-Arbeitsvertragsrichtlinien, erhielt die leitende Mitarbeiterin Blumengrüße und zahlreiche wertschätzende Worte vom Führungsduo der Sozialstation, Sabine Paeth und Petra Brand, sowie von der Geschäftsführerin des Caritasverbandes Haßberge, Anke Schäflein. „Wir sind so froh, Sie hier bei uns zu haben. Ich weiß noch genau, als wir das erste Mal über das Projekt Senioren-WG gesprochen haben. Sie waren anfänglich sehr zögerlich, ob Sie sich die Leitung zutrauen können. Und heute? Heute können wir uns St. Martha ohne Sie gar nicht mehr vorstellen. Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!“, betont die Geschäftsführerin.

Ein Blick zurück: Als Angelika Krines als gelernte Kindergärtnerin seinerzeit in die Erziehungspause ihrer eigenen Kinder ging, wusste sie, „wenn ich wieder anfange zu arbeiten, dann will ich in die Altenpflege. Meine Nachbarin war in der ambulanten Pflege tätig und hatte so ein Caritas-Auto. Das wollte ich auch!“ Und so kam es schlussendlich dann auch. Während der Zeit in der Bamberger Altenfachschule hat sie fast alle Praxiseinsätze in der Caritas-Sozialstation absolviert, wo sie dann auch nach ihrer Ausbildung blieb. Später folgte die Weiterbildung zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft, bevor sie schließlich den großen Schritt zu mehr Führungsverantwortung wagte. Sie hielt in der Phase des Aufbaus der abWG alle Fäden in der Hand und ist bis heute als leitende Mitarbeiterin das Herz der Einrichtung. Über ihre anfänglichen Zweifel kann die Jubilarin heute nur noch schmunzeln: „Bis heute habe ich keinen einzigen Tag bereut. Wenn ich könnte, würde ich noch weitere 25 Jahre dranhängen.“

Wie schon das 10-jährige Jubiläum der Einrichtung wurde das Dienstjubiläum im gemeinsamen Kreis der WG gefeiert. Alle können zumindest diesem Punkt in der Corona-Pandemie etwas abgewinnen „Uns geht es hier gut. Wir sind ja hier wie eine Familie. Nicht so, wie bei vielen Senioren „da draußen“, die in diesen Zeiten weniger Gesellschaft haben, nahezu isoliert sind, weil vieles einfach nicht mehr stattfindet. Wir haben hier ja „uns“, also die anderen Mieter*innen und die Mitarbeitenden. Was natürlich allen sehr fehlt, sind die Kinder. Ob es die eigenen (großen und kleinen) Kinder und Enkel sind, oder diejenigen aus den  Kindergärten und Schulen, die uns regelmäßig besucht haben“, fasst Angelika Krines die Stimmung im Haus zusammen. „Aber auch das kriegen wir bald in den Griff – wir sind ja alle geimpft!“

Schließlich danken alle „von der Caritas“ noch sehr herzlich dem stets sehr aktiven und kreativen Angehörigengremium. „Zu allen Zeiten haben wir gemeinsam so viel Gutes aus unserem Auftrag gemacht, ein völlig neues und selbst bestimmtes Versorgungskonzept in Knetzgau umzusetzen, das aus unserer Sicht viel mehr Nachahmer finden sollte!“, so Frau Schäflein.

Drei nagelneue Dienstwagen hat der Caritasverband Haßberge e.V. für die Mitarbeitenden seines ambulanten Pflegedienstes angeschafft. Die weißen Mitsubishi-Modelle sind mit dem neuen Namen der Einrichtung „Caritas-Sozialstation Haßberge“ beschriftet. Christel Langjahr, Teamleitung Eltmann, freut sich über die neuen Modelle: “Seit 1.1.2021 sind wir hier in Eltmann und Umgebung ja unter dem Namen unterwegs, das wird jetzt eben auch mit den neuen Fahrzeugen sichtbar. Auch wenn sich für uns und die Klienten in der alltäglichen Zusammenarbeit nichts geändert hat.“

Sabine Paeth, Leiterin der Caritas-Sozialstation Haßberge, nimmt die Fahrzeuge bei der symbolischen Schlüsselübergabe von Stefanie Feustel vom gleichnamigen Autohaus in Zell entgegen, die den Mitarbeiter*innen der Caritas allzeit Gute Fahrt wünschte.

Sonnenschein, frische Luft und Musik: die Bewohnerinnen und Bewohner der Caritas-Hausgemeinschaften St. Anna in Hofheim genossen ein wundervolles Konzert im Freien. Frank Zwosta wurde angekündigt als vielseitiger Musiker und profunder Kenner des fränkischen Liedgutes. Das stellte er in dem einstündigen Auftritt mit seinem Akkordeon eindrucksvoll unter Beweis. Die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer konnten aus einer umfangreichen Liste Lieder, darunter fränkische Volkslieder und fröhliche Wirtshausweisen, auswählen und anschließend wurde ausgelassen mitgesungen. Und sogar das Tanzbein wurde geschwungen.

Möglich machte all das der Rotary Club Obermain. Jeweils vor Weihnachten wird ein Christbaum mit Hilfe von Spenden geschmückt. Die eingenommenen Spendengelder kommen unterschiedlichen sozialen Projekten in der Region zugute. Der Spendenerlös des Jahres 2020/21 betrug 26.000 Euro. In dem durch vielfache Corona-Einschränkungen geprägten Jahr hat sich der Rotary Club für die Verwendung der Spendengelder etwas Besonderes einfallen lassen: Der „Fränkische Theatersommer“ tritt in zwölf verschiedenen Seniorenheimen der Region insgesamt 24 Mal mit unterschiedlichen Programmen auf.

Einrichtungsleiterin Melanie Schröder resümiert: „Herzlichen Dank an den Rotary Club und Herrn Zwosta. Es war so schön! Unsere Bewohner*innen haben das Konzert sehr genossen und der ein oder andere ist richtig aufgeblüht. Nach diesem langen Corona-Winter konnten alle ein wenig Abwechslung gut gebrauchen. Die Sonne und die frische Luft, zusammen mit der Musik - das war einfach eine tolle Kombination. Ein richtiger Energieschub für alle!“

Der Familienbund bietet Onlinekurs „Kess- erziehen: Mehr Freude. Weniger Stress.“ für Eltern von Kindern zwischen 3 und 11 Jahren. 

Familien leisten grandioses in diesen Coronazeiten. Die Herausforderungen sind groß. Eltern wie Kinder brauchen Zeit zum Durchatmen, zum „Sich Besinnen“, zum Antworten finden,z.B. auch auf die Frage „was brauche ich und was braucht mein Kind“?...

Und Eltern wollen ihre Kinder eigentlich gerade auch jetzt ermutigen, damit sie sich zu selbstbewussten und starken Persönlichkeiten entwickeln können. Und trotzdem landen sie angesichts der verschiedenen Belastungen im Alltag immer wieder beim Herumnörgeln, Schimpfen und auch Schreien. Kinder erziehen mit weniger Wutausbrüchen, Schimpfen und Ärger? Ohne sich in eine endlose Kette von Konflikten zum Thema Homeschooling, Hausarbeit, Mediennutzung, u.a. zu verhaken? Gelassen und mit ruhigen Nerven? Ein täglicher Wunsch gerade auch zu Coronazeiten.

Innerhalb des Kurses nehmen sich Väter, Mütter und andere Interessierte an diesen 5 Zeitinseln ihre eigenen Stärken und die ihrer Kinder in den Blick. Gleichzeitig werden sie sich eingefahrener Verhaltensmuster bewusst, lernen Grenzen zu setzen und die des anderen zu achten. Anhand eigener Beispiele wird geübt, wie respektvoll in der Familie miteinander umgegangen werden kann.Es geht auch darum durch Edelsteinmomente das Familiengefühl zu stärken, die Selbstverantwortung des Kindes zu fördern, störendes Verhalten „anders“ zu verstehen und angemessen zu reagieren, drohende Konflikte kreativ und effektiv zu entschärfen und Oasen für
sich selbst zu schaffen.

Kurs-Angebot:
Start: Dienstag, 20. April 2021, 20:00 Uhr (5x, wöchentlich stattfindende Treffen),
Kosten: 40,- € für Einzelpersonen / 50,- € für Paare / incl. Elternhandbuch

Interesse geweckt? Hier geht's zu Information und Anmeldung:  https://www.familienbund-wuerzburg.de/eltern/kess-erziehen/

 

„Frau Walter ist ein toller und lustiger Mensch, man geht gerne hin und spricht gerne mit ihr, ohne ein blödes Gefühl zu haben.“ „Man kann immer hingehen und erzählen, wenn was schwierig ist, das ist gut, vor allem, wenn man mit seinen Eltern nicht darüber reden kann.“ „Es wird zusammen überlegt, wie man Sachen verändern und seine aktuelle Situation verbessern kann.“ „Man wird immer mit einem strahlenden Lächeln begrüßt.“ So äußern sich Jugendliche, die den Schritt gewagt haben, sich bei der Jugendsuchtberatung im Landkreis Haßberge Unterstützung zu holen.

Diese Anlaufstelle für Jugendliche mit Suchtproblemen ist als Projekt mit einer Laufzeit von vier Jahren angelegt. Seit dem Start des Projekts vor zwei Jahren, am 01.04.2019, unter der Trägerschaft des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge e.V., greifen immer mehr Jugendliche auf das Angebot der Beratung zurück. In 2020 zählte die Jugendsuchtberatung 346 Kontakte und damit mehr als doppelt so viele als im Vorjahr.

Die Jugendsuchtberatung ist eine Anlaufstelle für Jugendliche, die Suchtmittel konsumieren, dabei auffällig wurden, oder bereits in eine Abhängigkeit geraten sind sowie für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien. Im Schnitt sind die Jugendlichen, die die Beratungsstelle besuchen, 16 Jahre alt. Auch Angehörige sind jederzeit in der Beratungsstelle willkommen, um Unterstützung im Umgang mit riskant konsumierenden Jugendlichen zu erhalten.

Anlässlich des zweijährigen Bestehens – und damit zur Halbzeit des auf vier Jahre befristeten Projekts, wurden die Jugendlichen zu ihren Erfahrungen mit der Beratungsstelle befragt. Die Antworten zeigen, dass sie an der Beratung vor allem schätzen,  offen und ehrlich über alles was sie beschäftigt sprechen zu können. Außerdem beschrieben die Jugendlichen deutliche Fortschritte im Hinblick auf die Reduzierung ihres Konsums und eine Entspannung der familiären Verhältnisse. Die Beratung trug auch dazu bei, dass sie Fertigkeiten wie die Übernahme von Selbstverantwortung durch die Teilnahme an Einzel- und Gruppenangeboten erwarben.

Um weitere Jugendliche auf die Beratungsangebote aufmerksam zu machen, wurde im September letzten Jahres ein Account auf Instagram unter dem Motto „Kommunikation auf Augenhöhe“ für die Jugendsuchtberatung eingerichtet. Unter @jugendsuchtberatungcaritas findet man einen ersten Zugang und aktuelle Informationen zu den Angeboten der Beratungsstelle. Auf dem Profil gibt es Wissenswertes über den Ablauf eines Beratungsgesprächs und darüber, wie die Jugendlichen Kontakt aufnehmen können und welche Beratungssettings angesichts von Corona möglich sind.

Im November 2021 plant die Jugendsuchtberatung einen Fachtag mit dem Thema „JUGEND SUCHT HILFE“ für Fachkräfte und Multiplikatoren. In Vorträgen und Workshops werden Angebote und Handlungsmöglichkeiten für und mit konsumierenden Jugendlichen thematisiert.

Sie haben in Ihrem näheren Umfeld Jugendliche um die Sie sich Sorgen machen?
Bei Interesse oder Fragen zu den Angeboten der Jugendsuchtberatung können Sie telefonisch (09521 926-550) oder per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) Kontakt zur Beratungsstelle aufnehmen.

Um auch weiterhin ein bedarfsgerechtes Angebot für die steigende Anzahl an jungen Menschen mit Suchtproblemen und ihren Angehörigen bieten zu können, benötigt die Beratungsstelle zusätzliche finanzielle Mittel. Diese werden z.B. für den Erwerb von Materialien, Durchführung von Gruppenangeboten für Jugendliche und Eltern oder Informationsveranstaltungen verwendet. Mit einer Geldspende für die Jugendsuchtberatung können Sie außerdem dafür sorgen, dass im Landkreis Haßberge ein alters- und bedarfsgerechtes Beratungsangebot für junge Menschen dauerhaft etabliert wird. Auch und gerade Jugendliche und junge Erwachsene brauchen dringend ein angepasstes Hilfeangebot im Bereich Sucht bzw. riskanten Konsums. Suchtkarrieren entstehen in diesem kritischen Alter!
Bankverbindung: Caritasverband für den Landkreis Haßberge e.V., Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, IBAN: DE24793501010190002881, BIC: BYLADEM1KSW

Mit vielen bunten Eiern, die die Kinder im Goßmannsdorfer Caritas-Kindergarten St. Margarethe selbst gestalten haben, überraschte Erzieherin Marina Wolfschmidt das Altenservicezentrum St. Martin in Hofheim. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben sich sichtlich darüber gefreut und dekorierten damit gleich einen Osterstrauch im Aufenthaltsbereich. Renate Rösch, Gerontopsychiatrische Fachkraft, nahm die Geschenke dankend entgegen: “Die Besuche der Kinder und Jugendlichen aus Kindergärten und Schulen fehlen den Senior*innen schon sehr. Deshalb freut es uns umso mehr, dass wir ihnen diesen schönen, von den Kindern selbstgebastelten Osterschmuck übergeben können und ihnen damit eine Freude machen.“

Sie fragen sich in diesen Tagen vielleicht: Wie passt das Nein der Caritas zum ver.di-Tarifvertrag Altenpflege zu dieser christlichen Organisation, die für Nächstenliebe steht? Fakt ist: Die Caritas engagiert sich seit Jahren dafür, dass Bezahlung und Arbeitsbedingungen in der Pflege besser werden – nicht nur bei der Caritas.

Der Gesetzgeber verlangt, dass die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas (und übrigens auch der Diakonie) zustimmen muss, damit ein Tarifvertrag in der Altenpflege für allgemeinverbindlich erklärt werden kann. In dem Gremium gab es die Sorge, dass aufgrund dieses Einheits-Tarifvertrags die guten Löhne und Arbeitsbedingungen bei der Caritas damit zukünftig von den Kostenträgern infrage gestellt werden. Das erlebten wir schon einmal. Seinerzeit orientierten sich die Pflegesatzverhandler, mit denen wir unsere Pflegesätze in der vollstationären Pflege verhandeln müssen, am „unteren Drittel“ der Pflegesätze. Das bedeutete, nur die, die niedrig vergüten, sind in der Berechnung mit drin. Der Träger, der höher vergütet, hat dann ein Problem, das er letztlich nur über die Herabsetzung von Gehältern oder aber mit einem dauerhaften Defizit lösen kann. Damit ist dem Lohndumping nach unten Tür und Tor geöffnet worden. Erst nach langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde das von Gerichten zurecht gerückt: Ein Kostenträger (also Pflege- und Krankenkassen, Bezirk) muss die Tarifkosten eines Pflegeanbieters anerkennen und darf diese nicht als „unwirtschaftlich“ ablehnen. So ist uns das nämlich seinerzeit geschehen. Unser Tarif wurde uns als unwirtschaftlich eingeordnet, weil er eben weit überdurchschnittlich war und ist.

Wir fürchten also – aufgrund früherer Erfahrungen -, dass sich die Pflegekassen bei der Refinanzierung auf diesen niedrigen Standardtarif beziehen würden. Die Caritas beschäftigt in der Altenpflege 170.000 Menschen und wir wollen, dass sie weiterhin fair entlohnt werden. Der ver.di-Tarifvertrag Altenpflege legt Minimal-Standards bei Bezahlung und Arbeitsbedingungen in der Altenpflege fest – keine Überstundenregelungen, keine betriebliche Altersvorsorge, keine Zuschläge für Nacht- oder Sonntagsarbeit …

Wir meinen: Hätte der allgemeinverbindliche Tarifvertrag für die Pflege auf Caritasniveau gelegen (Vergütungshöhe, Arbeitszeit, Zulagen, Zuschläge Urlaubsansprüche, betriebliche Altersversorgung, etc.), hätte die Arbeitsrechtliche Kommission sicherlich zugestimmt.

Diesem aber nicht. Pflege verdient mehr.

Wir schlagen als verbandliche Caritas stattdessen eine andere Lösung vor, die aus unserer Sicht deutlich vielversprechender und fairer wäre. Die Pflege- und Krankenkassen sollten nur noch mit den Pflege-Anbietern abrechnen und nur noch solche Pflege-Anbieter anerkennen, die über einen Tarifvertrag verfügen und diesen anwenden.

 

Das könnte der Gesetzgeber umsetzen. Und das würde sehr viel mehr für die faire Vergütung vor allem all jener bewirken, die bei privaten Pfleganbietern arbeiten, die keinerlei Tarifwerk anwenden oder aber sog. „Haustarife“.
 
Außerdem setzen wir uns auch für eine umfassende Reform der Pflege ein: Es geht um die Finanzierung der Pflegeversicherung, gute Pflegeausbildung, Anerkennung der Leistung von pflegenden Angehörigen, gute Arbeitsbedingungen in der Pflege – übrigens auch für ausländische Pflegekräfte im Privathaushalt …

Ein weiteres sehr wichtiges Ziel für uns: Pflegebedürftigkeit darf kein Armutsrisiko sein! Wir setzen uns seit Jahren für eine sozialverträgliche Deckelung der Kosten für die Pflegebedürftigen ein und werden weiter darum kämpfen.

Somit: Auch wenn Sie die Entscheidung zum ver.di-Tarifvertrag Altenpflege irritiert hat: seien Sie versichert, dass Pflegekräfte der Caritas  überdurchschnittlich vergütet werden, sie uns wichtig sind und wir uns weiterhin für sie einsetzen – auch wenn das mitunter sehr unbequem ist.

Ihre Caritas bleibt die, die Sie kennen: sie betreut, pflegt, berät, unterstützt und begleitet, in Deutschland und im Ausland; sie engagiert sich für eine solidarische Gesellschaft und setzt sich für die Schwächsten ein.

 

Campact-Aufruf gegen die Caritas: wichtiges Thema, falscher Adressat
Die Plattform Campact ruft seit dem 17. März 2021 zu einer Aktion gegen die Caritas auf. Die Organisation will „den Ärger um die Caritas noch verstärken und die Tarifentscheidung ins Wanken bringen”. Lesen Sie hier mehr dazu...

 

Hier finden Sie weitere Infos und Hintergründe zum Thema und zur Position der Caritas:

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