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„In dieser verrückten (Corona-)Zeit möchten wir einmal DANKE sagen, an all die Menschen die weiterhin jeden Tag für hilfsbedürftige Menschen da sind.Wir freuen uns, dass wir diesen Menschen noch ein bisschen mehr Sicherheit geben können in dem wir ihnen Schutzvisiere spenden dürfen“ heißt es auf der Facebook-Seite von Optik Stein in Hofheim.

Im Namen der Mitarbeitenden des Altenservicezentrum St. Martin in Hofheim sagen wir HERZLICHEN DANK für die Spende der Schutzvisiere. Gerade für die Brillenträger*innen in der Pflege sind die Visiere angenehmer zu tragen als eine Schutzbrille.

284 Frauen und Männer arbeiten im Caritasverband Haßberge im Bereich der Pflege. Ob stationäre Pflege, Tagespflege, mobile Kranken- und Altenpflege oder in daran angegliederten Bereichen. Am 12.5 ist der Tag der Pflege, um all diejenige zu würdigen, die in diesem Beruf tätig sind. Doch was bringt ein einziger Tag, wenn die Pflegekräfte und ihr Tun an 364 Tagen als selbstverständlich gesehen werden? Ein Interview mit Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge e.V.

Warum ist der „Tag der Pflege“ in diesem Jahr besonders hervorzuheben?

Anke Schäflein: Gerade jetzt führt uns die Corona-Pandemie vor Augen, wie anspruchsvoll gute Pflege ist und mit welchem enormen Einsatz Pflegekräfte ihren Dienst am Menschen leisten. Der heutige ‚Tag der Pflegenden‘ bietet eine Gelegenheit, ihnen allen unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen. Die Anerkennung und Würdigung in Worten an einem einzigen Tag im Jahr genügt aber nicht– genauso wenig wie gelegentlicher Applaus, so gut dieser auch tun mag. Was es braucht, sind vor allem anderen nachhaltige Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Pflegeberuf. Und gerade jetzt müsste sich noch mehr schnellstmöglich ändern

Was müsste sich ad hoc verändern, Ihrer Meinung nach?

Anke Schäflein: Vor allem durch die derzeitigen Lockerungen der Corona-Maßnahmen ist die Situation für die Pflegebedürftigen und die Mitarbeitenden in der Pflege wieder bedrohlicher. Aus meiner Sicht helfen – solange wir eben keine Impfstoffe oder effektive Behandlungsmöglichkeiten haben – nur regelmäßige PCR-Reihentestungen von Bewohnern von Pflegeheimen bzw. ambulant Gepflegten und Mitarbeitenden. Wir tragen als Gesellschaft Verantwortung dafür, dass wir alles tun, damit Pflegekräfte gesund bleiben. Dazu gehört auch, dass wir alles tun, möglichst frühzeitig ein Infektionsgeschehen zu erkennen. Aus meiner Sicht haben die Pflege-Mitarbeitenden das Recht und den Anspruch, dass wir als Gesamtgesellschaft alles tun, um Dunkelziffern möglichst niedrig zu halten. Das ist sicher nicht die einzige Maßnahme, die alles andere ersetzen kann. Aber sie ist eine überaus wertvolle, um die Ziele zu erreichen, die wir als Gesellschaft vereinbart haben: Möglichst kontrolliert mit der Pandemie umzugehen, um nicht Zustände wie in Norditalien und Ostfrankreich zu erleben. Regelmäßige Reihentestungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, ein virales Geschehen noch vor Symptombeginn zu erkennen und verschaffen damit kostbare Zeit, zu agieren und die Weiterverbreitung zu unterbinden. Aus meiner Sicht ist es tatsächlich fahrlässig, zur Verfügung stehende Testressourcen nicht zu nutzen – so, wie das in den letzten Tagen und Wochen geschieht.

Welche Themen müssten außerdem angegangen werden, um die Rahmenbedingungen in der Pflege zu verbessern?

Anke Schäflein: Hier halte ich es wie der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Herrn Peter Neher. Anerkennung drückt sich auch in guten Arbeitsbedingungen aus, in vernünftigen Schichtmodellen und ausreichender Personalausstattung. Gleichzeitig geht es um eine leistungsgerechte Bezahlung von Pflegekräften und aller in der Pflege, Betreuung und Service Zu- und Mitarbeitenden. Eine gute tarifliche Bezahlung und die Reduzierung der Arbeitsverdichtung sind der Dreh- und Angelpunkt für die dringend erforderliche Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege. Dazu brauchen wir eine leistungsfähige Pflegeversicherung, sonst schlägt jede Verbesserung für die Pflegekräfte finanziell auf die Pflegebedürftigen und ihren Familien durch, und das kann zu erheblichen sozialen Schieflagen führen.

Welche Chance sehen Sie in der aktuellen Corona-Krise für die Berufe in der Pflege?

Anke Schäflein: Die Corona-Pandemie zeigt deutlich, wie wichtig der Beruf der Pflegefachfrau oder des Pflegefachmann ist. Junge Menschen sehen: Alle, die an der Pflege mitwirken, auch Beschäftigte in der Hauswirtschaft, in der Verwaltung oder Haustechnik, sind systemrelevant. Das ist eine Chance, Berufe im Pflegebereich attraktiver für potenziellen Nachwuchs zu machen.

Alljährlich im Herbst findet in den bayerischen Gemeinden die Haussammlung "Helft Wunden heilen" des Sozialverbandes VdK Bayern statt. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bitten die bayerische Bevölkerung um Spenden für die Unterstützung von hilfsbedürftigen und notleidenden Menschen in den Gemeinden. So geschehen auch im Landkreis Haßberge. Der VdK-Kreisverband bekam 1250€ an Spendengeldern zusammen und möchte diese nun entsprechend weitergeben. „Der Kreisvorstandschaft ist es ein großes Anliegen, das Geld im Zuge der „Corona-Krise“ an Bedürftige auszuschütten. Deshalb sehen wir das Geld bei der Caritas Haßberge sehr gut investiert“, erklärt Andrea Stühler-Holzheimer, Geschäftsführerin VdK-Kreisverband Hassberge, das Vorhaben.

Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge e.V. nimmt die Spende dankend entgegen: „Die Hilfe für Menschen in Not steht im Zentrum der Caritasarbeit. Und gerade jetzt, in der Corona-Krise, zeichnet sich ab, dass Bedürftige durch wirtschaftliche und soziale Folgen besonders hart getroffen werden. Deshalb können wir das Geld sehr gut brauchen und werden es in geeigneter Form direkt an diese Zielgruppe weitergeben. Wir kennen die Bedürftigen. Über unsere Haßberg-Card, also den Sozialpass für den Landkreis Haßberge, müssen wir nicht erst groß in die Suche nach Betroffenen oder in eine Bedürftigkeitsprüfung einsteigen. Das ist bereits erledigt. Wir freuen uns mit den Bedürftigen über diese zusätzliche Finanzspritze, die wir gerade jetzt, bei steigenden Zahlen von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit, besonders gut brauchen können. Wir möchten außerdem neu in Not geratene Personen ermutigen, sich bei uns zu melden. Herzlichen Dank an den VdK Haßberge und allen Menschen, die sich dort engagieren.“

Aktuell arbeitet der Caritasverband für den Landkreis Haßberge an der Umsetzung einer landkreisweiten Idee. In Anlehnung an den von Bürgermeister Paulus initiierten Knetzgauer Hilfsfond könnte ein Solidaritätsfond „Wirtschaft und Soziales für den Landkreis Haßberge“ entstehen. „Ziel ist es, damit Bedürftigen direkt und unbürokratisch zu helfen, zum Beispiel in Form von (Lebensmittel-)Gutscheinen, die bei vielen Geschäften und Dienstleistern im Landkreis einlösbar sind. Gleichzeitig soll mit dem Projekt die heimische Wirtschaft unterstützt und zusätzlich auch eine Anerkennung für Menschen, die in Pflegeeinrichtungen tätig sind, erreicht werde. Diese könnten ebenfalls solche Gutscheine erhalten“, berichtet Thomas Jakob, Leiter der Allgemeinen Sozialberatung des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge. Jakob ist dazu momentan im Austausch mit verschiedenen Ansprechpartnern im Landratsamt und den Gemeinden.

Caritas-Pflegeeinrichtungen bitten dringend um angemeldete und verantwortungsvoll gestaltete Besuche

Die Mitteilung der Bayerischen Staatsregierung, dass ab dem kommenden Wochenende, 09./10.05 2020 Besuche in Pflegeeinrichtungen wieder möglich sein sollen, hat Angehörigen von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen große Hoffnung gemacht, ihre Liebsten wieder live sehen zu können.

Der Caritasverband Haßberge e.V. hat für seine Altenhilfe-Einrichtungen bereits in den letzten Wochen Besuchsmöglichkeiten geschaffen, die ein Wiedersehen unter den seinerzeit und auch jetzt geltenden Bestimmungen möglich machen. Dies gilt ausschließlich nach vorheriger, telefonischer Terminvereinbarung in der Verwaltung der jeweiligen Einrichtung. Möglich ist dann ein kurzer Besuch einer festen, registrierten Kontaktperson oder eines Familienmitgliedes mit fester Besuchszeit, der Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m und der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Besucher und besuchte Person. Die Einrichtungen selbst dürfen von den Besuchern weiterhin nur in einem eigens dafür ausgerichteten Bereich betreten werden, da das generelle Besuchsverbot in Bayern weiterhin gilt.

Anke Schäflein, Geschäftsführerin, erklärt hierzu: „Wir wissen, dass es nach der langen Zeit des Getrenntseins sehr schwer fällt, weiterhin Geduld aufzubringen. Bisher haben wir es geschafft, in keiner unserer Einrichtungen betroffen zu sein. Unser großes Ziel ist es, dass das so bleibt – gerade vor dem Hintergrund einer potentiell drohenden zweiten Ansteckungswelle im Zuge der gelockerten Maßnahmen. Auch wenn am Sonntag Muttertag ist, bitten wir die Angehörigen dringend, von Spontanbesuchen abzusehen und sich auf die bestehenden Kontaktmöglichkeiten per Telefon, Videotelefonie oder Briefe/Postkarten zu konzentrieren. Besuche vor Ort sind möglich, sind aber zum Schutz aller pflegebedürftigen Menschen und unserer Mitarbeitenden nur nach Voranmeldung, kontrolliert und nach den derzeit geltenden Hygiene- und Schutzbedingungen der Einrichtungen möglich. So müssen Besucher zum Beispiel grundsätzlich mit Mund-Nasen-Schutz eintreffen, sollten zum Besuch frisch gewaschene Kleidung tragen und vor Ort die Hände desinfizieren. Besuchern mit Erkältungssymptomen ist es untersagt, zu kommen. Wir behalten uns das Recht der Kontrolle der Köpertemperatur („Fieber messen“) bei Besuchern vor. Wir bitten eindringlich um Verständnis und Unterstützung unserer Bemühungen durch die Besucherinnen und Besucher“.

Die telefonische Vorabsprache dient der Zugangsbegrenzung. „Es müssen unbedingt unkontrollierbare und größere Menschenansammlungen vermieden werden, die am Muttertag normalerweise zu erwarten wären. Damit wollen wir auch unter den geänderten Bedingungen die Infektionsgefahr für alle gering halten“, betont Angelika Schmidt, Fachbereichsleitung Altenhilfe des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge. Sie gibt zu bedenken: „Es bleibt dabei: Der Corona-Virus ist hochgefährlich für die Pflegebedürftigen. Aus anderen Häusern wissen wir, dass selbst bei bester fachlicher Arbeit mit einer Todesrate von 20 Prozent unter den Bewohnern zu rechnen ist“.

Die Besuchsmöglichkeiten der Caritas-Einrichtungen im Landkreis:

Ambulant betreute WG für Senioren St. Martha, Knetzgau: Dank einer neu eingebauten Türe mit Glasfenster können Sich Angehörige und Bewohner wieder sehen.

Caritas Seniorenheim Sankt Bruno, Haßfurt: Besucherfenster zwischen Hauskapelle und Wohnbereich. Eine fest installierte Konstruktion mit Sichtfenster und akustischer Verstärkung sorgt für Wiedersehensfreude.

Altenservicezentrum St. Martin, Hofheim: In den Räumlichkeiten der Tagespflege wurde ein Besucherfenster geschaffen, bei dem sich Angehörigen durch eine Scheibe sehen und mit akustischer Unterstützung verständigen können.

Hausgemeinschaften St. Anna, Hofheim: Hier entsteht aktuell eine Besucherbox, die vor dem Gebäude von St. Anna fest platziert ist. Fa. Männling, Knetzgau, die auch schon die Konstruktion für das Besucherfenster in Sankt Bruno erstellt hat, baut aktuell eine wetterfeste Holz-Konstruktion als Besuchscontainer mit zwei voneinander getrennten Eingängen. „Für die schnelle und fachmännische Umsetzung und die gute Zusammenarbeit möchten wir uns herzlich bedanken“, so Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge.

Um junge Menschen in der aktuellen Lage niedrigschwellig unterstützen zu können, startet heute die Onlineberatung „#gemeinsamstatteinsam“ ihr Angebot. Junge Menschen bis 26 Jahre können sich hier vertraulich und kostenlos durch ehrenamtliche Berater*innen beraten lassen, die eine spezielle Ausbildung durchlaufen haben.

"Gerade jungen Menschen fordert die aktuelle Situation Vieles ab - der Wegfall des gewohnten Alltags, die damit verbundene Einsamkeit, Konflikte im Elternhaus sowie Zukunftsängste angesichts ungewisser Fortführung von Ausbildung oder Schulangebot stellen für sie große Herausforderungen dar", so Caritas-Präsident Peter Neher. "Es war uns ein wichtiges Anliegen, jungen Menschen ein leicht zugängliches Hilfsangebot zur Verfügung zu stellen". Denn Offline-Angebote wie z.B. die Schulsozialarbeit oder Beratungsstellen, stehen derzeit nicht oder nur stark eingeschränkt zur Verfügung.

Zwei Partner mit Erfahrung

Gefördert wird das Beratungsprojekt "#gemeinsamstatteinsam" durch das Familienministerium des Bundes (BMFSFJ). "Mit JugendNotmail haben wir einen Partner gefunden, der wie unser Angebot der Suizidprävention [U25] über jahrelange Erfahrung in der Onlineberatung junger Menschen verfügt", so Jakob Henschel, Koordinator von [U25] Deutschland.

Vorerst befristet bis Jahresende können sich junge Menschen über die Seiten von Jugendnotmail bzw. [U25] bei der #gemeinsamstatteinsam-Beratung registrieren und sich ihre Sorgen und Nöte vertraulich und unkompliziert von der Seele schreiben. Von Caritas-Seite werden etwa 50 Beraterinnen und Berater auf ihre Anliegen eingehen.

Über [U25] - Online-Suizidprävention
[U25]  (https://www.u25-deutschland.de/ist eine niedrigschwellige und anonyme Online-Beratung für junge Menschen bis 25 Jahre in suizidalen Krisen. Das Besondere ist, dass die Berater*innen selbst junge Ehrenamtliche im Alter von 16 bis 25 Jahre sind, die speziell ausgebildet und eng von Fachkräften begleitet werden. [U25] berät bundesweit rund 2.000 junge Menschen pro Jahr und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Über Jugendnotmail
Auf jugendnotmail.de können Kinder und Jugendliche ihre Sorgen thematisieren - unkompliziert, vertraulich, kostenlos und datensicher. Rund 150 Psychologen, Sozialpädagogen und Pädagogen mit Zusatzausbildung beraten ehrenamtlich in ihrer Freizeit und beantworten die Notmails der jungen Menschen schnell und verlässlich. Jugendnotmail.de bietet Ratsuchenden bis 19 Jahre einen geschützten Raum, in dem sie ihre Sorgen und Nöte unkompliziert und vertraulich mitteilen können und Hilfe zur Selbsthilfe sowie Entlastung erfahren. Pressekontakt JugendNotmail
:Caroline Schaminet - Telefon: 030-80496693E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ein fest installiertes Besucherfenster macht das ab sofort im Caritas-Seniorenheim Sankt Bruno in Haßfurt möglich

Seit nunmehr sechs Wochen gilt das Besuchsverbot für Altenpflegeeinrichtungen. Bis auf weiteres dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner von Kindern, Enkelkindern, Freunden und Verwandten keinen Besuch mehr erhalten. Angehörige und Einrichtungen wurden kreativ, was die Kontaktmöglichkeiten anging. Mit Telefonanrufen, Videotelefonie sowie handgeschriebenen Briefen, Fotos und Karten konnte man in Verbindung bleiben. „Trotz Lockerungen der Maßnahmen in der Öffentlichkeit muss davon ausgegangen werden, dass die bisher geltenden Regelungen für Pflegeeinrichtungen noch sehr lange bestehen bleiben. Es geht um den Schutz der Gesundheit und des Lebens unserer Bewohnerinnen und Bewohner“, erklärt Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge e.V. „Gleichzeitig erhöht sich durch die Lockerungen auch die Gefahr für unsere Bewohnerinnen und Bewohner von diesem tatsächlich verheerend wirkenden Virus betroffen zu werden. Trotz aller guter Vorbereitung. Das bereitet uns große Sorgen“, so Frau Schäflein weiter.

Gedanken über den möglichen Umgang mit der Corona-Krise von Dipl. Psychologin Esther Rittner

Die Corona Krise erzeugt gerade sehr unterschiedliche Lebensrealitäten. Die einen haben ein stark erhöhtes Arbeitspensum und arbeiten nahezu rund um die Uhr. Andere, die nicht arbeiten dürfen oder können, sind in ein Leben der Abgeschiedenheit und des Alleinseins gedrängt. Manche erleben sogar beide Realitäten. Im Berufsleben am Limit und von Menschen umringt, müssen diese zu Hause alleine bleiben und versuchen, auch um Freunde und Verwandte mit erhöhtem Risiko zu schützen, sich vollständig zu isolieren. Wie kann man denn mit dieser Diskrepanz umgehen? Was macht man in Momenten des Alleinseins oder gar völliger Isolation?

Wir können diesen Zustand beklagen und verzweifeln. Wir können aber auch in uns gehen. Wir können das Alleinsein zelebrieren. Wir können die Stille in uns da sein lassen und loslassen. Die Hektik der letzten Monate oder Jahre nachklingen lassen wie eine einmal angeschlagene Saite auf einem Instrument.

Wir können uns fragen wer wir eigentlich sind und wozu wir da sind. Was fühlen wir? Henry David Thoreau, ein Schriftsteller, der Anfang des 19. Jahrhunderts in Amerika lebte, schrieb einmal: „Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, sind Kleinigkeiten zu dem, was in uns liegt.“

Der, dem es gelingt wirklich im Jetzt zu leben, spürt oft einen gewissen Gleichmut. Was ist jetzt schon großartig zu erledigen? Was passiert jetzt, wenn mich gerade keiner hört oder keiner sieht. Vielleicht passiert gar nicht so viel. Das Innehalten lässt uns auf eine Stärke zugreifen die sonst immer in der Alltagshektik und der ständigen Kommunikation mit Anderen untergeht. Plötzlich hört man seine eigene innere Stimme - und diese sagt vielleicht gar nichts. Die eigene Stimme kann auch ein Gefühl sein, das sich einem plötzlich offenbart. Was ist das? Gelassenheit? Oder gar innerer Frieden?

Thoreau wusste um den Wert der Abgeschiedenheit. Er soll zwei Jahre in einer völlig abgelegenen Blockhütte gelebt haben. Er soll festgestellt haben, dass 6 Wochen Lohnarbeit im Jahr genügen um sich in einem bescheidenen Leben den Lebensunterhalt zu sichern. Die verbleibende Zeit konnte er nutzen, um zu lesen, zu schreiben, nachzudenken und die Natur zu erkunden.

Und ich stelle fest: Lesen, Schreiben und Natur erkunden…das können wir doch auch! Mir schießt das Wort „Kontemplation“ in den Sinn. Der Begriff steht für das behutsame in-sich-gehen, Übungen der Innehaltens und des Schweigens, meditieren und Gedanken nachspüren. Loslassen und abwarten und den inneren Raum spüren. Vielleicht ist jetzt die Zeit für Kontemplation.*

Esther Rittner, Sozialpsychiatrischer Dienst des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge e.V.

*Dabei benötigen Sie Unterstützung? Oder Sie haben das Gefühl, mit der aktuellen Situation immer schlechter umgehen zu können? Wenden Sie sich an den Sozialpsychiatrischer Dienst des Caritas Verbandes für den Landkreis Haßberge e.V. Hier werden Menschen mit psychischen Erkrankungen, aber auch Menschen mit akuten Krisen und Angehörige von psychisch Kranken beraten. Aktuell wird via Telefon oder Skype beraten. In akuten Krisen kann auch ein persönlicher Kontakt im Freien und mit Abstand stattfinden. Terminanfragen über: 09521/926550 oder per mail über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Foto: John Mark Arnold/Unsplash

Die Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär, und die Deutsche Technikberatung engagieren sich gemeinsam gegen die Vereinsamung von Bewohnern in Pflege- und Seniorenheimen insbesondere während der Besuchseinschränkungen in der Corona-Krise.

Der Startschuss für das digitale Pilotprojekt wurde im Caritas Seniorenheim Sankt Bruno in Haßfurt gegeben. Der Heimleitung wurde dabei das erste Tablet überreicht, das die digitale Verbindung von Senioren mit ihren Angehörigen und Freunden, die sie aktuell nicht besuchen dürfen, ermöglicht. Das Gerät ist für die Videokommunikation bereits vorkonfiguriert und erlaubt die einfache Nutzung von Videochats mit den Angehörigen mit der Unterstützung durch eine spezielle App. Das Tablet sowie die technische Unterstützung kommen von der Deutschen Technikberatung (DTB), dem Servicepartner des Elektronikhändlers MediaMarktSaturn. Das Gerät und die Dienstleistungen werden dem Seniorenheim für ein Jahr lang kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Vereinsamung in Pflege- und Seniorenheimen ist ein sehr ernstzunehmendes Thema, das insbesondere durch die aktuellen Besuchseinschränkungen in der Corona-Krise verschärft wird. Umso mehr freut es mich, mit digitalen Lösungen den Bewohnern von Sankt Bruno einen direkten Kommunikationsweg zu ihren Angehörigen und Freunden außerhalb des Heimes bieten zu können. Dies ist der Startschuss für ein bundesweit angelegtes Projekt, denn selbstverständlich möchten wir entsprechende Lösungen mit unseren Partnern schnellstmöglich auch zahlreichen weiteren Einrichtungen zugänglich machen“, erklärt Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Heike Ehlert, Einrichtungsleiterin des Caritas Seniorenheims Sankt Bruno, freut sich über die Hilfe: „Dank des Pilotprojekts können wir während der voraussichtlich länger anhaltenden Zeit der Isolation unseren Bewohnern eine tolle Möglichkeit bieten, wieder Kontakt zu ihren Liebsten aufzunehmen. Es freut uns außerordentlich, Teil dieses Projekts zu sein. Wir hoffen, dass solche digitalen Angebote möglichst vielen Betroffenen in vergleichbaren Einrichtungen zu Gute kommen können.“

Auch Peter Hölzl von der Deutschen Technikberatung betont die Bedeutung des Projekts in der aktuellen Situation und die gute Zusammenarbeit: „Gemeinsam mit dem Seniorenheim Sankt Bruno und Staatsministerin Dorothee Bär haben wir eine schnelle und unkomplizierte Lösung entwickelt, die es den Heimbewohnern ermöglicht den Kontakt zu ihrer Familie und ihren Freunden aufrecht zu halten. Unser Ziel ist es, Bewohner und Pflegepersonal gleichermaßen sowohl mit dem technischen Equipment als auch unserem technischen Support in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen.“

Das Pilotprojekt im Seniorenheim Sankt Bruno umfasst die Bereitstellung eines Tablets mit einer Software für die Videokommunikation und einer App für die Buchung von Terminen. Über diese App können Angehörige und Freunde ihre Gesprächsslots eigenständig buchen. Das Pflegepersonal stellt den Heimbewohnern das Tablet dann zum jeweils reservierten Termin zur Verfügung. Inklusive Desinfektion und Weitergabe haben die Heimangehörigen so bei 30-minütigen Slots rund 20 Minuten Zeit für die Kommunikation.

Das Wolllädele „Chaotisch Bunt“ in Hofheim wirbt mit dem Slogan „Wolle und Selbstgemachtes für die Seele“.  Mit dieser Spende stellten sie ihr Motto eindrucksvoll unter Beweis: 100 selbstgehäkelte Schmetterlinge samt Grußkarte mit liebevollen Worten gab es für die Bewohnerinnen und Bewohner des Caritas-Altenservicezentrum St. Martin in Hofheim. Obendrein überreichte man noch einen Geschenkkorb mit einer Auswahl verschiedener Wolle, zum Häkeln und Stricken. Bewohner und Mitarbeiter freuten sich sehr über diese tolle Geste von Wölllädele-Inhaberin Andrea Schamberger und ihrem Mann, die diese Aktion zusammen mit einer Gruppe fleißiger Damen möglich gemacht hatten. 

Und auch für die Mitarbeiter gab es von Edeka Höchner aus Hofheim noch eine Osterüberraschung. Überreicht wurden elf großen Osternester, prall gefüllt mit allerlei Leckereien wie Schokolade, Obst und Eiern, verbunden mit einem Dankeschön fürs Durchhalten.

„Von Herzen: DANKE für diese beiden tollen Aktionen. Mitarbeiter und Bewohner haben sich riesig gefreut“, berichtet Melanie Schröder, Einrichtungsleiterin im Caritas Altenservicezentrum Hofheim.

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Das gilt aktuell für nahezu jeden. Egal, ob es um die Betreuungssituation von Kindern, die Arbeitsplatzgestaltung oder neue Geschäftsmodelle für Einzelhändler und Gastronomen geht. Und auch Wohlfahrtsverbände stehen in der Corona-Krise vor enormen Herausforderungen. Vor allem im Bereich der Altenhilfe gelten besonders einschneidende Auflagen und Schutzmaßnahmen. Denn für ältere und pflegebedürftige Menschen besteht eine sehr hohe Gefahr, an COVID-19 mit schwerem Verlauf zu erkranken.

Größtes Problem sind dabei die nicht vorhandenen Kapazitäten an persönlicher Schutzausrüstung (PSA). Um sich und die Bewohner in der Altenhilfe zu schützen sind neben Handschuhen, Desinfektionsmittel und Schutzkitteln vor allem Schutzmasken essentiell wichtig. Und genau diese Schutzausrüstung fehlt. Die staatliche Verteilung funktioniert bis heute nicht und auf dem freien Markt ist Schutzkleidung nicht oder nur zu Wucherpreisen erhältlich– und dann ist die angebotene Ware oftmals nicht einmal zertifiziert.

Was soll man also tun, um die alltäglichen Aufgaben in den Seniorenheimen und der ambulanten Pflege aufrecht zu erhalten? Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge ging daher einen ungewöhnlichen Weg: „Über ein Familienmitglied bekam ich Kontakt zu einem ganz zauberhaften Mann aus China, der von unserer problematischen Situation im Bereich der PSA gehört hat.

Herr Huang hat daraufhin einfach spontan 300 Schutzmasken eingekauft und diese per Luftfracht auf den Weg zu uns gebracht – mehr konnte er sich nicht leisten. Herr Huang schenkt uns diese Masken. Einen Kostenersatz lehnt er ab und teilte uns stattdessen mit: >Don’t care the money, just little compliments from my side to the persons who care of elder people. Best regards to them, Huang Yan<. Diese außergewöhnliche Geste verdient Respekt und Aufmerksamkeit!“

Inzwischen sind die Schutzmasken in Haßfurt angekommen und können innerhalb des Kreisverbandes der Caritas zum Einsatz kommen. Auch Vorsitzender Johannes Simon freut sich sehr über die selbstlose Geste aus China: „Nicht nur der Virus kennt keine Grenzen. Auch die Mitmenschlichkeit und Unterstützung ist hier ohne Grenzen! Besten Dank an den Spender."

Die Auswirkungen der Coronakrise und die Maßnahmen zur Verlangsamung der Pandemie stellt die Bevölkerung vor neue Herausforderungen. Wie komme ich an frische Lebensmittel, wenn ich zur Risikogruppe gehöre und das Haus nicht verlassen soll? Wer kann mir Medikamente besorgen, die ich dringend benötige? Im Landkreis Haßberge werden aktuell viele Hilfsangebote kommuniziert. Wer bei dieser großen Auswahl nicht weiß, wer der „richtige“ Ansprechpartner ist, kann sich auch an die Caritas wenden.

Der Caritasverband für den Landkreis Haßberge e.V. unterstützt Hilfesuchende und vermittelt auch aktuelle Hilfsangebote. Melden Sie sich bei Bedarf und Fragen an Sabine Rückert-Seidel: 09521/ 691-21.

Seit dem 1. April 2019 gibt es die neue Beratungsstelle. Sie ist eine Anlaufstelle für Jugendliche, die Suchtmittel konsumieren, dabei ihren Alltag nicht mehr alleine geregelt bekommen, straffällig geworden sind oder aus der Sucht aussteigen wollen. Auch Eltern und Freunde können in die Beratungsstelle kommen um Unterstützung im Umgang mit den riskant konsumierenden Jugendlichen zu erhalten.

Einer von diesen Jugendlichen ist Max. Max ist 16 Jahre alt, statt Schule kifft er lieber und am Wochenende steht immer Party machen an. Zu Hause hat Max richtig Stress mit seinen Eltern. Die sind der Meinung er würde sich seine Zukunft verbauen und möchten, dass er aufhört zu kiffen. Sie wollen mit ihm zur Jugendsuchtberatung. Max geht mit, damit sie endlich aufhören, ihn damit ständig zu nerven. Für Max war der Termin ganz okay, er hat es sich schlimmer vorgestellt. Er durfte viel selbst entscheiden: Wann soll der nächste Termin stattfinden und was will er hier in der Beratung erreichen? In den nächsten Terminen kommt Max ohne seine Eltern. Es geht es um seine Ziele im Leben, woher er sich Unterstützung holen kann, wie sich die Situation zu Hause verbessern könnte, was seine persönlichen Ängste und Sorgen sind. Max merkt schnell, dass es in der Beratung nicht nur um seine Probleme geht, sondern um ihn als Mensch. Er kann über seine eigenen Zukunftsängste und Wünsche erzählen. Gemeinsam mit der Suchtberaterin sucht er nach Lösungen. Er wird ernst genommen und kann selbst entscheiden, welche Vorschläge er ausprobieren möchte. Und das Wichtigste für ihn ist, die Sozialarbeiterin steht unter Schweigepflicht. Er muss also keine Angst haben, dass sie seine Geschichten weitererzählt.

Seit dem Bestehen haben bereits über 40 Jugendliche wie Max den Weg in die Beratungsstelle gefunden. Möchte man ein Gespräch in der Jugendsuchtberatung vereinbaren, kann man sich direkt per Telefon oder Mail an die Beratungsstelle wenden (09521/926563, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Oder man kommt einfach in die offene Sprechstunde, die jeden Montag von 16:00-17:30 Uhr in der Beratungsstelle, Promenade 37 in Haßfurt, stattfindet. Auch in Ebern und Zeil gibt es einmal im Moment eine solche Sprechstunde. Bitte beachten: Auf Grund der aktuellen Lage sind im Moment nur telefonische oder online Beratungen möglich.

Derzeit wird die Beratungsstelle als 4-jährige Projektstelle hauptsächlich durch Aktion Mensch und der Caritasstiftung der Diözese Würzburg finanziert. Um noch mehr Jugendlichen wie Max Unterstützung anzubieten und die Angebote der Jugendsuchtberatung weiter ausbauen zu können, ist sie zusätzlich auf Spenden angewiesen. Spenden werden z.B. für den Erwerb von Materialien, Durchführung von Gruppenangeboten für Jugendliche oder Informationsveranstaltungen verwendet und können auf folgendes Konto überwiesen werden. Für eine bessere Zuordnung der Spenden als Verwendungszweck bitte „Jugendsuchtberatung“ angeben.

Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, IBAN: DE24793501010190002881 BIC: BYLADEM1KSW

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