header

Am 6. Februar hätte er stattfinden sollen, der 48. Caritas-Benefiz Rosenball. Ein ausgelassener Abend voller Tanz und Musik, nach den rhythmischen Klängen der Band Andorras war geplant – und all das für den guten Zweck. Die Absage der Tanzveranstaltung im August letzten Jahres kam vermeintlich früh, war jedoch angesichts der aktuellen Pandemie-Lage absolut richtig. Die Einnahmen der Veranstaltungen fehlen dem Caritasverband, der sich seit Jahren im Landkreis für Menschen in Not einsetzt.

Diese unmittelbare Nothilfe reicht beispielsweise im Fachdienst Allgemeine Sozialberatung (ASBD) von Aufklärungs- und Informationsgesprächen bis hin zu konkreten Hilfestellungen, z.B. beim Ausfüllen von Antragen für Kindergeld, Wohngeld oder Stiftungsgeldern. Natürlich gibt es aktuell auch Fälle, die sich aufgrund der Corona-Beschränkungen ereignen, wie z.B. der eines früheren Marktverkäufers, der aktuell keinerlei Einkünfte erzielen kann. Aufgrund seiner vorherigen Selbstständigkeit hat er aber keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und ist somit aufgrund der Corona-Krise nun auf Hartz 4 angewiesen. Auffällig sind auch die steigenden Anfragen von Menschen, die von der Wohnungslosigkeit bedroht sind durch Kündigungen aufgrund von Eigenbedarf oder aufgelaufener Mietschulden.

Auch in der Beratungsstelle für Familien häufen sich coronabedingt die Anfragen. Oftmals geht es um Eltern-Trennungen. Die psychische Belastung aller Beteiligten wird aktuell noch deutlicher sichtbar. Aber auch Kinder und Jugendliche, die jetzt vermehrt mit Sorgen und Ängsten zu kämpfen haben, werden in der Beratungsstelle betreut.

„Wir bedauern die Entscheidung nach wie vor, wissen aber, dass es keine Alternative zur Absage des Balls gab. Wir würden uns freuen, wenn Sie mit einer Spende unsere vielfältigen Aufgaben im Caritasverband für den Landkreis Haßberge, insbesondere die Dienste und Einrichtungen unterstützen, die keine ausreichende Finanzierung durch andere Mittel haben. Die Spenden kommen über die Beratungsstellen direkt und unbürokratisch Menschen zugute, die akut Hilfe benötigen. Damit profitieren Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Landkreis, denn diese kostenlosen Beratungsdienste, die es für die unterschiedlichsten sozialen Notlagen gibt, können von jedem Hilfebedürftigen in Anspruch genommen werden – unabhängig von Alter, Konfession, Weltanschauung oder sozialer Stellung“, erklärt der 1.Vorsitzende Johannes Simon.

Ob der Caritasball im Februar 2022 stattfinden wird, darüber kann die Geschäftsführerin Anke Schäflein noch keine Aussage treffen: „Aktuell bekämpfen wir mit all unseren Kräften die Corona-Pandemie, vor allem in unseren Altenhilfe-Einrichtungen. Wie die Lage im Februar 2022 aussieht, kann man heute noch nicht abschätzen. Zum Stand heute sind wir aber optimistisch.“

Wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende unterstützen wollen, um Menschen in akuter Not zu helfen:
Bankverbindung: Sparkasse Schweinfurt-Haßberge
IBAN: DE24793501010190002881 BIC: BYLADEM1KSW

Langjähriger Leiter der Caritas-Erziehungsberatungsstelle in Haßfurt in den Ruhestand verabschiedet

Gerhard Lutz drückt sich gerne bildlich aus. Oftmals mit Hilfe der kleinen, erhellenden Geschichten aus dem Fabelbuch „Der Elefant“. So hatte er auch für seinen Abschied das passende Gleichnis parat und verabschiedete sich mit der Geschichte „Der Fuchs“ von Khalil Gibran.

Nach 18 Jahren bei der Caritas geht der Leiter der Beratungsstelle für Familien - Kinder, Jugendliche und Eltern, Gerhard Lutz, nun in den verdienten Ruhestand. Blickt er zurück, erfüllt ihn vor allem Dankbarkeit gegenüber „allen meinen Weggefährten, sowohl innerhalb und außerhalb des Caritasverbandes, besonders meinen Kolleg*innen aus der EB“. EB steht für Erziehungsberatung, die Stelle, die Gerhard Lutz im Mai 2003 als Leiter übernommen hat. Heute lautet der Name „Beratungsstelle für Familien – Kinder, Jugendliche und Eltern“. Der Grund für die Umbenennung war die ständig wachsende Vielfalt der Aufgaben.

Präventive Arbeit, Diagnostik, Beratung & Therapie, Onlineberatung, Vernetzung – all das gehörte zum Verantwortungsbereich von Gerhard Lutz, der mit dem Eintritt beim Caritasverband quasi die Seiten wechselte, vom Jugendamt in die Beratungsstelle. „Diesen Wechsel habe ich nie bereut“, sagt er heute. „Im Gegenteil, die Erfahrungen, die ich früher auf Seiten des Landratsamtes gesammelt hatte, haben mir in meiner täglichen Arbeit oftmals geholfen.“ Gerade deshalb hat Lutz nicht nur die Erziehungsberatungsstelle in Trägerschaft des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge e.V. in den vergangenen zwei Jahrzehnten wesentlich geprägt. Er wirkte insbesondere auch im Jugendhilfeausschuss des Landkreises mit, dem er lange Jahre als hochgeschätzter Berater beiwohnte. Für sein Engagement verabschiedete ihn Wilhelm Schneider im November 2020 mit herzlichen Worten und einem Präsent.

Eine große Abschiedszeremonie gab es im Caritasverband nicht – Corona bedingt. So ganz unrecht ist das Gerhard Lutz nicht, der sich nicht allzu gerne im Mittelpunkt sieht. Und irgendwie passte die Verabschiedung im kleinsten Kreis, in gezielten Besuchen auch zum Inhalt der Fuchs-Fabel, die er zum Abschied zitierte: weniger ist manchmal eben doch auch mehr.  Wertschätzende Worte und guten Wünsche für die Zukunft von Geschäftsführung und Kollegen gab es dennoch viele. Wenn auch leiser, weil hinter den FFP2-Masken gesprochen oder verpackt, in Form von Geschenken. Der Hobbymusiker gilt  unter Kollegen als hilfsbereiter, unkomplizierter und engagierter Teamplayer sowie als fachlich wie menschlich versierter Impulsgeber.

Gerhard Lutz resümiert die letzten Jahre mit Stolz, und sieht auch gerade aufgrund der Corona-Pandemie jetzt einen guten Zeitpunkt für einen Wechsel: „Die Erziehungsberatungsstellen sind ein Erfolgsmodell. Sie begegnen neuen Bedarfen und Herausforderungen,  u.a. in Krisen unkompliziert, flexibel und schnell; dies zeigt sich nun auch seit der Corona-Pandemie. Sie werden trotz Corona und gerade deshalb für Ratsuchenden da sein und mit ihren Möglichkeiten zur Seite stehen – vielleicht auf andere Weise als bisher.“

 

Wir informierten Sie bereits mehrfach über den Stand des bitteren Ausbruchsgeschehens in unserem Seniorenheim Sankt Bruno, Haßfurt.

Zum Stand 25.1.2020

Seit dem Ausbruchsgeschehen rund um die Weihnachtstage herum wurden insgesamt 42 Bewohner*innen positiv auf SARS-CoV2 getestet. Innerhalb der letzten 19 Tage sind zwölf pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner an oder mit dem neuen Coronavirus verstorben. Das ist die traurige und erschreckende Zwischenbilanz zum heutigen Tag.

Zehn Bewohnerinnen gelten aktuell als positiv und potentiell infektiös - bezogen auf den Zeitraum der jeweiligen Infektion bei den einzelnen Personen. Wir freuen uns darüber, dass inzwischen 20 Bewohnerinnen als genesen gelten. Bei diesen Personen wurde die Isolation vom Gesundheitsamt beendet, da diese nicht mehr gefährdet sind. 25 Bewohner nicht infiziert. Diese gilt es nun besonders zu schützen, während natürlich die Pflege und Betreuung aller unserer Bewohner*innen gut sichergestellt ist.

Unter den Mitarbeitenden wurden bisher 33 positiv getestet, davon sind 19 Personen inzwischen wieder genesen. Alle halten wirklich beeindruckend durch, in dieser physisch wie mental überaus herausfordernden Zeit.

Trotz hoher Belastung - psychisch, durch die hohe Anzahl der Todesfälle, aber auch physisch, z.B. durch die persönliche Schutzausrüstung (PSA) haben die Mitarbeiter bisher super durchgehalten - auch und trotz des Risikos, selbst infiziert zu werden. Sie haben weitergearbeitet. Unterstützt wurden die Kolleginnen aus Sankt Bruno von Mitarbeiterinnen aus unseren anderen Einrichtungen, die freiwillig zu einem Einsatz bereit waren. Das ist nicht selbstverständlich. Dafür sagen wir von Herzen DANKE.

Alle im Einsatz befindlichen Mitarbeiter erhalten eine Sonderzulage, die vom Vorstand einstimmig beschlossen wurde, um diese Leistung auch finanziell anzuerkennen.

Wir hoffen weiterhin auf eine Verbesserung der Situation durch die Impfungen. Seit dem 09.01.2021 wird endlich auch in unserem Haus Sankt Bruno geimpft. Wir haben dort lange und sehnlichst auf den Impfstart gewartet und immer wieder darum gebeten. So haben inzwischen an zwei Terminen insgesamt 23 Bewohnerinnen und Bewohner die erste Impfung erhalten. Ende Januar bzw. Anfang Februar steht für viele der zweite Impftermin sowie einige Erstimpfungen an.

Es ist eine Tradition die auch im Hofheimer Seniorenheim zwischen Weihnachten und Hl. Dreikönig zelebriert wird: das Christbaum loben. In den Wohnbereichen und so manchen Bewohnerzimmern versammeln sich Bewohner*innen, Angehörige und Mitarbeiter*innen um in geselliger Runde gemeinsam anzustoßen. Auf die Gemeinschaft. Auf die Kolleg*innen. Auf Weihnachten.

All das – und noch viel mehr – war im Pandemie-Jahr 2020 nicht möglich. Um den sozialer Aspekt des Christbaumlobens, der nach Monaten der Entbehrungen so wertvoll gewesen wäre, aufrecht zu erhalten, hat Einrichtungsleiterin Melanie Schröder kurzerhand eine digitale Ersatz-Aktion ins Leben gerufen.

Mit einem Aufruf an Mitarbeitende und Angehörige wurden alle gebeten, Bilder ihrer Weihnachtsbäume digital, per E-Mail einzusenden. Dem Aufruf folgten viele. Über 60 Bilder wurden eingesandt. Daraus entstand eine digitale Christbaum-Galerie. Via Power Point wurden die Bilder samt Grußbotschaften in den Wohnbereichen und Bewohnerzimmer gezeigt – und selbstverständlich zusammen angestoßen.

Durch den mobilen und flexibel positionierbare Beamer „Qwiek.up“ konnte die digitale Christbaum-Galerie an verschiedenen Orten der Einrichtungen und auch an der Zimmerdecke, etwa für bettlägerige Bewohner*innen gezeigt werden. Die Reaktionen von Bewohnern und Mitarbeitenden waren überwältigend positiv. Für alle Beteiligten war es eine spürbare Erleichterung, dass das vorherrschende Thema Corona – zumindest über die Weihnachtsfeiertage hinweg – hinter der Christbaum-Galerie zurückgefallen ist. „Das war mal was anderes – und trotzdem wurde eine schöne Tradition aufrechterhalten. Sowas könnten wir öfter machen!“ lautete oftmals das Fazit. Besonders gut kamen auch die Bilder an, auf denen Familienmitglieder (Angehörige, Kinder oder auch Haustiere) zu sehen waren. Denn genau das fehlt den Bewohnern dieser Tage besonders: die Teilhabe im Familienverbund. Wir sind froh, dass wir dies mit dieser digitalen Aktion wenigstens für einen Moment vergessen lassen konnten.

 

Am Montag, 11.01.2021, kam auch die Ambulant betreute Wohngemeinschaft für Senioren in Knetzgau (WG) beim Impfen dran.

Die Impfdosen wurden dort von sehr vielen heiß ersehnt. Alles war bestens vorbereitet. Und der kostbare Stoff kam auch tatsächlich dort an!

Der Alptraum der Leiterin des ambulanten Teams der Caritas Sozialstation, Frau Angelika Krines, die seit zehn Jahren die Pflege-WG begleitet, hat sich nicht bewahrheitet. Frau Krines wurde in der Nacht zuvor immer wieder von schlimmen Träumen geweckt, in denen sie erlebte, dass der Impfstoff gestohlen wurde oder die Pflegebedürftigen zum Zeitpunkt der Impfung nicht aufzufinden waren.

Die Bilanz des Impfeinsatzes ist beeindruckend: 100 Prozent der Pflegebedürftigen und etwa 80 Prozent der Mitarbeitenden der Caritas Sozialstation machten mit. Alle 30 Geimpften haben die Impfung bestens überstanden. Es kam zu keinen nennenswerten Nebenwirkungen.

Jetzt freuen sich alle auf die zweite Impfung in drei Wochen.

Die Geschäftsführerin, Anke Schäflein, ist begeistert von dieser Impfquote, die echte Maßstäbe setzt: „ Ich freue mich so über diese hohe Impfbereitschaft. Damit kann ich, zumindest bezogen auf unsere WG St. Martha, in vier Wochen zu 100 Prozent entspannen. Dafür danke ich allen Mitgliedern unserer Pflege-WG, allen Angehörigen und vor allem auch unseren Mitarbeiterinnen“.

Update 11.01.2021, 11:00 Uhr

Vom Landratsamt erging kürzlich folgende Info betreffend unserer Altenhilfe-Einrichtung Sankt Bruno in Haßfurt: "Die Isolation für die Bewohner, die als Kontaktpersonen isoliert sind, wird ausgehend von den letzten positiven Abstrichen unter den Bewohnern vom 05.01.2021 zunächst bis zum 19.01.2021 verlängert. Abhängig von den Ergebnissen der nächsten Testung bei den Bewohnern kann der Isolationszeitraum noch angepasst werden."

Zum aktuellen Zeitpunkt sind 5 Bewohner innerhalb von 5 Tagen an und mit Corona gestorben.

Aktuell sind 28 Bewohnerinnen und Bewohner positiv zum neuen Coronavirus getestet.

Leider sind zwischen dem 06.01. und dem 08.01. drei Bewohnerinnen bzw. Bewohner an oder mit Corona verstorben.

Unter den Mitarbeitenden sind 19 positiv getestet.

Die Lage ist bei allen im Haus wechselhaft. Mal geht es uns besser, mal richtig schlecht. Bitter bleibt es weiterhin.

Von einer Verlängerung der Quarantäne über den 09.01.2021 hinaus ist sicher auszugehen.

Morgen, am 09.01., werden die ersten Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitenden geimpft. Dies ist ein Aspekt, der uns trotz der angespannten Lage etwas optimistisch stimmt.

Sie haben Freude am Kontakt mit Menschen und möchten an einer würdevollen Versorgung, Pflege und Betreuung von Seniorinnen und Senioren mitwirken?

Dann sind Sie bei uns genau richtig!

Unser Haus Sankt Bruno – Caritas und Kirche unter einem Dach beherbergt neben einer vollstationären Pflegeeinrichtung weitere soziale und kirchliche Dienste. Für unser Caritas Seniorenheim Sankt Bruno suchen zum nächstmöglichen Termin, gerne ab sofort, in Teilzeit oder Vollzeit, unbefristet:

Pflegehilfskräfte (m/w/d)

Pflegefachkräfte (m/w/d)

 

Wir freuen uns auf Ihre (Online-)Bewerbung!

Aktuell sind 29 von 67 Bewohnerinnen und Bewohnern nach dem letzten PCR-Test vom 02.01.2021 positiv.

Die Symptomlage bei den Betroffenen ist weiterhin momentan gering bis asymptomatisch.

Unter den Mitarbeitenden sind aktuell insgesamt neun positiv.

Den Jahreswechsel schließen wir in der stationären Altenpflege mit sehr wechselhaften Gefühlen.

Einerseits sind wir traurig und niedergeschlagen, weil uns das Corona-Virus nun doch noch in unserem Haus Sankt Bruno, Haßfurt, getroffen hat.

Andererseits sind wir in Hochstimmung, weil die Impfungen in unseren Caritas Hausgemeinschaften St. Anna, Hofheim, schon am 27.12. begonnen haben. Inzwischen sollten dort etwa 45 Personen (Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende) geimpft sein – übrigens alle ohne erkennbare Nebenwirkungen

Für unser Caritas Altenservicezentrum St. Martin, ebenfalls Hofheim, steht der erste große Impftermin am Samstag, 02.01.2021. an. Darauf freuen wir uns zu Jahresbeginn sehr.

Was uns aber zwischen diesen Gefühlspolen verängstigt, sind die großen Besucherzahlen in unseren Altenpflege-Einrichtungen.

Von unseren Mitarbeitenden aus allen vier Häusern möchte ich mitteilen, dass sehr viele es nicht verstehen, warum nicht mit dem Lockdown auch eine stärkere Kontaktbeschränkung in der stationären Altenpflege verfügt wurde. Einige unserer Mitarbeitenden sind – offen gesagt - auch richtig gehend wütend. Sie haben sich persönlich über so lange Zeit so stark diszipliniert, um das Risiko, das Virus ins Haus zu bringen, zu reduzieren. Gleichzeitig mussten sie mit ansehen, wie regelrechte Besucher- und Abholströme sich ungemindert fortsetzten und fortsetzen – trotz extrem hoher Inzidenz.

Anders, als oft berichtet, stellen wir fest – und das mit Zahlen hinterlegt -, dass Besuche in der Altenpflege nicht abgenommen haben. Nachdem wir jeden Besuchskontakt dokumentieren, können wir dies auch zahlenmäßig belegen. Mit der Einführung der PoC-Antigentests haben die Besuche in der Pflege sogar noch zugenommen. Das ist überaus bedenklich, weil ein Antigentest ja nur die stark Infektiösen anzeigt und oft eben falsch negativ ist.

Wenn ich mir diese Besucherströme gerade jetzt, in der letzten Zeit, in allen unseren Häusern vor Augen führe, kann ich das Unverständnis und – ja – die Wut und Enttäuschung unsere Mitarbeitenden in der Pflege sehr gut nachvollziehen.

Wir testen zwar jeden einzelnen Besucher und auch andere Externe, aber das sind eben nur Antigentests. Und: Zu dem, was von den Schutzmaßnahmen mitunter noch übrig bleibt, wenn wir den Blick abwenden, können wir leider Bücher schreiben. Viele Besucher verhalten sich Risiko bewusst und vernünftig; nicht Wenige aber leider eben nicht.

Ich bitte daher alle Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen eindringlich darum, gerade jetzt  - so kurz vor einem Impfschutz - jeden einzelnen physischen Besuch in einer Pflegeeinrichtung und bei einem pflegebedürftigen Hochaltrigen genauestens zu hinterfragen.

Sterbende Bewohner sind hiervon selbstverständlich ausgenommen in unseren Häusern; wir haben es bisher immer hingekriegt, dass ein Besuch bei einem absehbar sterbenden Bewohner möglich ist.

Es geht jetzt um etwa vier Wochen, vielleicht fünf oder sechs – ja nach Verfügbarkeit des Impfstoffes. In diesen wenigen Wochen werden wir mit der Impfung viel Schutz schaffen können. Aus unserer Sicht wären stärkere Reglementierungen mit Blick auf die hohen Inzidenzraten, die hohen Sterberaten von Hochaltrigen und vor allem mit Blick auf den baldigen Impfschutz derer, die ihn wünschen, dringend angezeigt und auf jeden Fall auch verhältnismäßig. Zum Schutz aller – v.a. der Bewohner –, aber eben auch aus Respekt vor den Pflegekräften, die sich seit Monaten gegen das Virus stemmen und ihre eigene Gesundheit und die ihrer Familien riskieren.

Ich bitte alle Verantwortlichen aus der Landespolitik inständig, rasch tätig zu werden – es stehen in den nächsten Tagen neue Entscheidungen dazu an. Schon jetzt häufen sich die vermehrten Positivmeldungen aus den Lockerungen rund um Heiligabend und Weihnachten.

Solange es aber keine stärkeren Begrenzungen zum Besuch in stationären Altenpflegeeinrichtungen gibt, appelliere ich an alle Angehörigen, physische Besuche gerade in diesen nächsten Wochen sehr stark einzuschränken.

Im Moment fühlt sich die Pflege sehr im Stich gelassen. Ich habe Angst vor den Konsequenzen, die einige spätestens nach der Pandemie treffen werden. Viele gehen jetzt noch nicht: der Kapitän verlässt bekanntlich nicht das sinkende Schiff. Viele haben aber konkrete Schritte zum Ausstieg danach schon geplant. Das liegt nicht an der Pandemie, das liegt an den Rahmenbedingungen, die sie verarbeiten müssen und die sich in den letzten Tagen und Wochen nochmals deutlich verschlechtert haben.

Mit meinen Wünschen für 2021 möchte ich schließen. Es sind drei - wie im Fall der guten Fee:

  • Ich wünsche uns Mut bei den politischen Verantwortungsträgern, weiterhin und verstärkte Schutzmaßnahmen – vor allem auch für die Hochaltrigen in Dauerpflege – einzuziehen.
  • Ich wünsche uns die zügige Fortsetzung der Impfungen in den Pflegeheimen und eine hohe Impfbereitschaft unter Bewohnern und Mitarbeitenden.
  • Ich wünsche mir Zurückhaltung bei den Besuchen in stationären Altenpflege in den nächsten Wochen  - vor allem in St. Martin und St. Anna, Hofheim!

Anke Schäflein, Geschäftsführerin
Caritasverband für den Landkreis Haßberge e.V.

Gestern Abend erreichte uns die Ergebnismeldung der letzten PCR-Testung – die dritte seit dem 21.12. -  unserer Bewohnerinnen und Bewohner in Sankt Bruno vom 29.12.2020: 24 von 69 Bewohnern sind positiv auf das Virus SARS-CoV-2.

Bislang sind die meisten Betroffenen – weiterhin mit Ausnahme einer Bewohnerin - gänzlich ohne Symptome; einige Wenige zeigen milde Erkältungsanzeichen, wie z.B. leichten Schnupfen oder mal leicht erhöhte Temperatur. Die besagte eine Bewohnerin befindet sich weiter im Krankenhaus.

Die Angehörigen der neu positive getesteten pflegebedürftigen Senioren wurden gestern Abend noch informiert. Die Personen, die keine Meldung erhalten haben, haben keine betroffenen pflegebedürftigen Angehörigen.

Am Samstag, den 02.01.2021, sind die nächsten PCR-Reihentestungen unter den Bewohnern terminiert. Das Gesundheitsamt unterstützt uns damit weiter vor Ort.

Bis zum 08.01.2021 ist unser Haus nun unter Quarantäne gestellt. Damit ist auch klar, dass mindestens bis dahin ein striktes Besuchs- bzw. Abholverbot und jetzt auch Ausgehverbot besteht. Ein Besuch bei sterbenden Bewohnern – ob mit oder ohne Corona-Infektion – wollen wir aber in jedem Fall umsetzen. Dies in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt.

Unter den Mitarbeitenden stehen wir aktuell bei einer Zahl von zehn Betroffenen. Allerdings sind uns noch nicht alle Ergebnisse aus dem Testzentrum Wonfurt, wo sich die Mitarbeitenden testen lassen müssen, bekannt. Unter den Mitarbeitenden liegen uns bislang keinerlei Symptommeldungen vor – mit Ausnahme einer jungen Verwaltungskraft, die aber als Kontaktperson schon länger in Quarantäne ist und klassische Erkältungssymptome dann in der Isolation entwickelt hat.

So müssen wir feststellen, dass seit der ersten positiven Testung einer Bewohnerin am 21.12.20 innerhalb von nur acht Tagen 23 Bewohner betroffen sind und 10 Mitarbeitende – trotz aller Schutzmaßnahmen.

Diese Lage in Sankt Bruno ist insbesondere deshalb so schwer auszuhalten, weil wir so kurz vor den Impfungen standen. Wir waren für den 29.12.2020 für die Impfung vorgeplant und so viele der Bewohnerinnen und Bewohner von Sankt Bruno wollten das Impfangebot wahrnehmen!
Corona in einer stationären Altenpflege-Einrichtung ist immer einfach schlimm. So knapp vor dem rettenden Ufer aber ist es besonders bitter, dies nach mehr als neun Monaten Kampf und Zittern doch noch erleben zu müssen.

Angesichts dieser Lage fällt es uns schwer, zuversichtlich ins Neue Jahr zu blicken. Das Jahr 2020 ruht schwer wie mindestens zehn auf unseren Schultern.

Wir danken allen für jedes Gebet, jeden guten Gedanken und jedes gute Wort in unsere Richtung, die uns schon zahlreich erreichten.

Nachdem bei den letzten Tests mehrere positive Fälle bei Bewohnern und Mitarbeitern aufgetreten sind, wurde nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Haßberge ab sofort ein Besuchs- und Abholstopp ausgesprochen. Dies betrifft vorerst alle geplanten Termine ab Freitag, 25.12. 13 Uhr, vorerst bis zum Ergebnis der nächsten Testung. Diese findet voraussichtlich am 28.12.2020 statt, mit Ergebnissen ist bis Jahresende zu rechnen. Die Entscheidung ist zum Schutz der Bewohner unabdingbar.

­